Gefangen im Netz ODER In der virtuellen Welt bin ich ein Gott!
Auch wenn dieser Titel \"Gefangen im Netz\" schon öfters in der deutschen Medienlandschaft als Aufhänger für Texte über alle erdenklichen Formen von Onlinesucht ge- und auch missbraucht wurde, möchte ich dennoch auch auf diese drei, meines Erachtens sehr passenden Worte als Rattenfänger für diesen Blogeintrag zurückgreifen. Es dürfte also klar sein, worum es im Folgenden gehen wird.
Und so ehrlich, wie ich mich eben um weitere, einleitende Worte gedrückt habe, äußern sich - eingeschlagen in den kuscheligen Mantel der Anonymität des Internets - auch Betroffene und deren Angehörige über Probleme mit dem Umgang der virtuellen Freizügigkeit.
Ich möchte mich aber an dieser Stelle gerne auf eine Form, eigentlich auf nur ein Spiel beschränken. Wer schon einmal mit der Materie in Berührung gekommen ist, der ahnt bereits jetzt, auf welchen populären Titel der Autor zielt.
Das weltweit erfolgreichste MMORPG \"World of Warcraft\" zieht Menschen aller gesellschaftichen Schichten und Altersklassen in seinen Bann und gibt einige nicht mehr so einfach wieder her. Oder anders herum?
Eventuell kann man diesen Punkt erst beantworten, wenn man sich den Fragen der American Psychiatric Association gestellt hat:
1. Ich denke an das \"Spiel\", auch wenn ich offline bin.
2. Ich brauche immer mehr Zeit im \"Spiel\", um zufrieden zu sein.
3. Ich bin unfähig, meine \"Spielzeit\" zu kontrollieren.
4. Ich werde unruhig und reizbar, wenn ich versuche, meinen \"Spielkonsum\" einzuschränken oder darauf zu verzichten.
5. Das \"Spiel\" ist für mich ein Weg, um vor Problemen zu fliehen oder schlechtes Befinden (Hilflosigkeits- oder Schuldgefühle, Angst,
Depression) zu bessern.
6. Ich lüge meiner Familie oder Freunden gegenüber, um das Ausmaß meiner Beschäftigung mit dem \"Spiel\" zu verbergen.
7. Ich habe schon Arbeit, Ausbildungs- oder Karrieremöglichkeiten oder Beziehungen wegen des \"Spiel\" in Gefahr gebracht.
8. Ich spiele weiter, auch wenn ich exzessive Beträge für Gebühren zahlen muss.
9. Ich bekomme im Offline-Zustand Entzugserscheinungen.
10. Ich bleibe immer länger online, als ich mir vorgenommen habe.
Werden vier von diesen zehn Fragen mit \"ja\" beantwortet, so kann bereits eine Sucht- Problematik vorhanden sein.
Selbst wenn \"Philipp\" aus Köln während seiner Jagd nach dem \"endgamecontent\" diesen Test gemacht hätte und \"durchgefallen\" wäre. Ein Umdenken, so scheint es zumindest, wäre nur schwer vorstellbar gewesen:
In der virtuellen Welt bin ich ein Gott, aber wer bin ich wirklich?
Hallo Freunde,
Ich bin Philipp, ich bin 27 Jahre alt...Falls ihr euch fragt warum ich euch Freunde nenne, dann liegt die Antwort klar auf der Hand: \"Ich habe ansonsten keine Freunde\".
Erst kurz ein paar Details aus meinem verkorksten kleinen Leben. Ich hab nach einer mittelprächtigen Kindheit mit ein zwei traumatischen Erlebnissen mit schlechtem Abitur das Gymnasium abgeschlossen und mich dann während meiner Wehrdienstzeit zum Zeitsoldat für die Offizierlaufbahn beworben. Während meiner Ausbildungszeit bin ich an der Universität der Bundeswehr in Hamburg Student gewesen und hab den Studiengang Pädagigik nach desintressierten 2 Jahren abgebrochen. Mein Traum des Zugführers der Infantrie waren somit zunichte. Nach Absitzen der Restdienstzeit habe ich mich bei meinen Eltern eingenistet und hab mir das Spiel WoW gekauft. Ob das Unheil hier begann kann ich nicht beurteilen, schließlich war ich schon immer ein Mensch der sehr viel Computer gespielt hat...
[ich] war einst ein junger begeisterungsfähiger spieler.
Ich spielte mich warm, lernte das Spiel kennen, fing einen anderen Charakter an der mir mehr zusagte, und hatte schließlich meinen ersten lvl60 Charkater. Auf dem weg zu lvl60 wurde ich von einer Gilde aufgenommen mit vielen heißblütigen \"Powerlevlern\" und sehr bald waren wir auf dem Server die ersten 60er zu denen alle empor blickten. Teamspeak musste her, damit man sich unterhalten konnte für die einzelnen Taktiken der Instanzen, und das war schnell besorgt. Meine Onlinezeiten waren sehr bald schon 18+ Stunden pro Tag. In Phasen wo ich einen weiteren Charakter hochzog schlief ich auch mal 2 oder 3 Tage garnicht. Man wollte auf neuen Servern der erste 60er sein. Bald jedoch ergab sich für mich eine neue Berufung. Aus dem englischen ist der Begriff \"endgamecontent\" gefallen. Und genau da bewegte sich die Gilde hin. Die große Instanz... Moltencore - eine Instanz die man nur mit 40 Mann begehen sollte, in der nur epische Gegenstände droppen. Das schwerste was es im Spiel gibt, wir haben es gesehen, wir haben es bezwungen, und wir waren die ersten auf dem Server, wir waren die Sieger, mit den tollsten Rüstungen, stärksten Waffen und wie sollte es auch anders sein, den höchsten Reparaturkosten. Also musste gefarmt werden. Gold muss her, damit man die Pionierarbeit im Kern finanzieren kann, Tränke müssen her, damit man die Pionierarbeit im Kern überleben kann... Das hat viel Zeit gekostet, viel verschenkte Zeit die uns allen egal war, wir hatten Blizzards stärkste Instanz bezwungen und jeder wusste es.
Warum wusste es jeder? Eines meiner anderen Hobbies war immer schon Filme gucken, und damit verbunden auch das erstellen von Clips. Noch aus Counterstrike-zeiten hatte ich einige Übung im Umgang mit Videobearbeitungsprogrammen. So dauerte es nicht lange, und die ersten Movies waren erstellt. Auf einer bekannten Amerikanischen Seite veröffentlichte ich sie.Frei zugänglich für alle Warcraftspieler der Welt. Ob es an meinem Talent für das erstellen solcher Movies oder aber an dargestellten Taktiken über den endgame-Content in dieser Instanz lag weiß ich nicht, jedoch schlugen die Videos ein wie eine Bombe. Downloadzahlen von über 2.000 pro Tag waren nur der Anfang. Um es mit den Worten eines skandinavischen Spielers zu sagen \"you are a fucxxng genius\"
...Aufgrund der Erfolge und der durch die Videos verbreitete Bekanntschaft war auf einmal unsere Gilde in alle Munde. Es waren nicht nur die schwächeren Spieler auf dem Server die uns anflüsterten, es kamen von anderen Servern immer neue Spieler rüber und belagerten uns in der Hauptstadt. Taktik hier, Gratulation da, Hilfe hier, Gildenbewerbungen da, Anfragen über die Songs aus den Videos steigerten sich ins unendliche, ... Wir waren berühmt. Preis des Ruhms sollte auf der Hand liegen. Viel Zeit. Durch die Berühmtheit ergab sich auf dem server einer Überbevölkerung, leute wollten unsere Items sehen, etc... Schon bald musste man sich zu gewählten Raidterminen schon 2 Stunden vorher einloggen, da die warteschlange auf dem Server voll mit tausend Gaffern und Gratulanten war. Zeit in der man nicht farmen und nicht spielen konnte. Oder sollte ich nicht \"arbeiten\" sagen? Blizzard schläft nicht. ein neues update, eine neue Instanz \"Blackwinglair\" Ein 40er Instanz, um einiges schwerer als die vorherige, mit neuen epischen Gegenständen, die viel besser als die alten waren. Neue Raidtermine mussten her. Warum nicht die gleichen? Nun, von dem neuen Set gab es ein Teil in der alten 40er Instanz, und fast alle anderen Teile in der neuen. Blizzard war klug. Die Spieler waren gezwungen die alte Instanz woche für woche zu bezwingen und in die neue in Angriff zu nehmen. Folge davon? mehr farmen, mehr raiden, mehr reparatur kosten...
Reallife Begleiterscheinung? Mehr Videos, mehr Ruhm, mehr Fans. Wir hatten uns schnell auf diese neue Instanz eingestellt. neue taktiken waren notwendig, und kaum zu glauben aber wahr, die taktiken wurden erarbeitet, nicht erspielt. Einige Spieler aus unseren Reihen sind/waren Studenten. Scheinbar unschaffbare Bosse mussten irgendwie programmiert sein, sie mussten irgendwie bezwingbar sein. Pionierarbeit musste her, Statistik musste her, Programmierung musste her. Und siehe da, ein paar kleine statistische Erhebungen, ein paar kleine programmierte Addons, und schon fielen auf den ersten Blick unschaffbare Gegner. Blizzard war geschlagen, die neue Instanz war bezwungen, und wer war Zeuge? Die gesammte Spielergemeinschaft. Die Downloadzahlen der Videos wurden noch größer. Die neuesten Videos der neuesten Bosse wurden in den ersten Tagen über 6000 mal runter geladen.
Blizzards Reaktion? Eine neue Instanz muss her, diesmal jedoch eine, die man erst öffnen muss. Schlauer Zug, eine gigantische Weltquest, die auf dem Server beide Fraktionen gemeinsam lösen muss, wo man hundertausende von materialien Sammeln muss um diese Instanz zu öffnen. Was bringt das mit sich? Wochenlanges farmen natürlich, und weniger Zeit für die alten Instanzen und somit auch weniger neue Ausrüstung.
Wie für manche ersichtlich ist, ist das ganze eine nicht endender Sog. Unfassbar was sein wird, wenn das addon dieses Jahr noch rauskommt. Tut mir leid das ich euch mit dem Spiel jetzt schon so lange in Bann gezogen habe. Ich mag im WoW-Universum ein Gott sein, jedoch lebe ich nicht in der Matrix. Wer bin ich?
Ich bin Philipp, 27 Jahre, Ich habe meine Ausbildung abgebrochen, ich bin zuhause rausgeflogen, ich wohne in einer kleinen einzimmerwohnung in köln, ich habe in meiner Spielsucht mein gesamtes Gespartes aus Bundeswehrzeit auf den Kopf gehauen, ich habe 0 Freunde, Ich hab letzten Monat meine Rechnungen nicht gezahlt, ich bin seit einem halben jahr nicht mehr krankenversichert, mein personalausweis ist seit einem jahr abgelaufen, ich bin beim einwohnermeldeamt nicht angemeldet, ich hab noch 5€ in der Tasche, das Konto ist leer, in wenigen Tagen habe ich auch kein Internet/Telefon mehr. Ich hab kein Leben und ich hab Angst.
- Quelle: onlinesucht.de
Weiterführende Informationen, Unterstützungsangebote und mehr noch findet ihr unter anderem auf der Seite des HSO 2007 e.V.
Und so ehrlich, wie ich mich eben um weitere, einleitende Worte gedrückt habe, äußern sich - eingeschlagen in den kuscheligen Mantel der Anonymität des Internets - auch Betroffene und deren Angehörige über Probleme mit dem Umgang der virtuellen Freizügigkeit.
<< Hinter jeder Sucht ist eine Sehnsucht >>
Ich möchte mich aber an dieser Stelle gerne auf eine Form, eigentlich auf nur ein Spiel beschränken. Wer schon einmal mit der Materie in Berührung gekommen ist, der ahnt bereits jetzt, auf welchen populären Titel der Autor zielt.
Das weltweit erfolgreichste MMORPG \"World of Warcraft\" zieht Menschen aller gesellschaftichen Schichten und Altersklassen in seinen Bann und gibt einige nicht mehr so einfach wieder her. Oder anders herum?
Eventuell kann man diesen Punkt erst beantworten, wenn man sich den Fragen der American Psychiatric Association gestellt hat:
1. Ich denke an das \"Spiel\", auch wenn ich offline bin.
2. Ich brauche immer mehr Zeit im \"Spiel\", um zufrieden zu sein.
3. Ich bin unfähig, meine \"Spielzeit\" zu kontrollieren.
4. Ich werde unruhig und reizbar, wenn ich versuche, meinen \"Spielkonsum\" einzuschränken oder darauf zu verzichten.
5. Das \"Spiel\" ist für mich ein Weg, um vor Problemen zu fliehen oder schlechtes Befinden (Hilflosigkeits- oder Schuldgefühle, Angst,
Depression) zu bessern.
6. Ich lüge meiner Familie oder Freunden gegenüber, um das Ausmaß meiner Beschäftigung mit dem \"Spiel\" zu verbergen.
7. Ich habe schon Arbeit, Ausbildungs- oder Karrieremöglichkeiten oder Beziehungen wegen des \"Spiel\" in Gefahr gebracht.
8. Ich spiele weiter, auch wenn ich exzessive Beträge für Gebühren zahlen muss.
9. Ich bekomme im Offline-Zustand Entzugserscheinungen.
10. Ich bleibe immer länger online, als ich mir vorgenommen habe.
Werden vier von diesen zehn Fragen mit \"ja\" beantwortet, so kann bereits eine Sucht- Problematik vorhanden sein.
Selbst wenn \"Philipp\" aus Köln während seiner Jagd nach dem \"endgamecontent\" diesen Test gemacht hätte und \"durchgefallen\" wäre. Ein Umdenken, so scheint es zumindest, wäre nur schwer vorstellbar gewesen:
In der virtuellen Welt bin ich ein Gott, aber wer bin ich wirklich?
Hallo Freunde,
Ich bin Philipp, ich bin 27 Jahre alt...Falls ihr euch fragt warum ich euch Freunde nenne, dann liegt die Antwort klar auf der Hand: \"Ich habe ansonsten keine Freunde\".
Erst kurz ein paar Details aus meinem verkorksten kleinen Leben. Ich hab nach einer mittelprächtigen Kindheit mit ein zwei traumatischen Erlebnissen mit schlechtem Abitur das Gymnasium abgeschlossen und mich dann während meiner Wehrdienstzeit zum Zeitsoldat für die Offizierlaufbahn beworben. Während meiner Ausbildungszeit bin ich an der Universität der Bundeswehr in Hamburg Student gewesen und hab den Studiengang Pädagigik nach desintressierten 2 Jahren abgebrochen. Mein Traum des Zugführers der Infantrie waren somit zunichte. Nach Absitzen der Restdienstzeit habe ich mich bei meinen Eltern eingenistet und hab mir das Spiel WoW gekauft. Ob das Unheil hier begann kann ich nicht beurteilen, schließlich war ich schon immer ein Mensch der sehr viel Computer gespielt hat...
[ich] war einst ein junger begeisterungsfähiger spieler.
Ich spielte mich warm, lernte das Spiel kennen, fing einen anderen Charakter an der mir mehr zusagte, und hatte schließlich meinen ersten lvl60 Charkater. Auf dem weg zu lvl60 wurde ich von einer Gilde aufgenommen mit vielen heißblütigen \"Powerlevlern\" und sehr bald waren wir auf dem Server die ersten 60er zu denen alle empor blickten. Teamspeak musste her, damit man sich unterhalten konnte für die einzelnen Taktiken der Instanzen, und das war schnell besorgt. Meine Onlinezeiten waren sehr bald schon 18+ Stunden pro Tag. In Phasen wo ich einen weiteren Charakter hochzog schlief ich auch mal 2 oder 3 Tage garnicht. Man wollte auf neuen Servern der erste 60er sein. Bald jedoch ergab sich für mich eine neue Berufung. Aus dem englischen ist der Begriff \"endgamecontent\" gefallen. Und genau da bewegte sich die Gilde hin. Die große Instanz... Moltencore - eine Instanz die man nur mit 40 Mann begehen sollte, in der nur epische Gegenstände droppen. Das schwerste was es im Spiel gibt, wir haben es gesehen, wir haben es bezwungen, und wir waren die ersten auf dem Server, wir waren die Sieger, mit den tollsten Rüstungen, stärksten Waffen und wie sollte es auch anders sein, den höchsten Reparaturkosten. Also musste gefarmt werden. Gold muss her, damit man die Pionierarbeit im Kern finanzieren kann, Tränke müssen her, damit man die Pionierarbeit im Kern überleben kann... Das hat viel Zeit gekostet, viel verschenkte Zeit die uns allen egal war, wir hatten Blizzards stärkste Instanz bezwungen und jeder wusste es.
Warum wusste es jeder? Eines meiner anderen Hobbies war immer schon Filme gucken, und damit verbunden auch das erstellen von Clips. Noch aus Counterstrike-zeiten hatte ich einige Übung im Umgang mit Videobearbeitungsprogrammen. So dauerte es nicht lange, und die ersten Movies waren erstellt. Auf einer bekannten Amerikanischen Seite veröffentlichte ich sie.Frei zugänglich für alle Warcraftspieler der Welt. Ob es an meinem Talent für das erstellen solcher Movies oder aber an dargestellten Taktiken über den endgame-Content in dieser Instanz lag weiß ich nicht, jedoch schlugen die Videos ein wie eine Bombe. Downloadzahlen von über 2.000 pro Tag waren nur der Anfang. Um es mit den Worten eines skandinavischen Spielers zu sagen \"you are a fucxxng genius\"
...Aufgrund der Erfolge und der durch die Videos verbreitete Bekanntschaft war auf einmal unsere Gilde in alle Munde. Es waren nicht nur die schwächeren Spieler auf dem Server die uns anflüsterten, es kamen von anderen Servern immer neue Spieler rüber und belagerten uns in der Hauptstadt. Taktik hier, Gratulation da, Hilfe hier, Gildenbewerbungen da, Anfragen über die Songs aus den Videos steigerten sich ins unendliche, ... Wir waren berühmt. Preis des Ruhms sollte auf der Hand liegen. Viel Zeit. Durch die Berühmtheit ergab sich auf dem server einer Überbevölkerung, leute wollten unsere Items sehen, etc... Schon bald musste man sich zu gewählten Raidterminen schon 2 Stunden vorher einloggen, da die warteschlange auf dem Server voll mit tausend Gaffern und Gratulanten war. Zeit in der man nicht farmen und nicht spielen konnte. Oder sollte ich nicht \"arbeiten\" sagen? Blizzard schläft nicht. ein neues update, eine neue Instanz \"Blackwinglair\" Ein 40er Instanz, um einiges schwerer als die vorherige, mit neuen epischen Gegenständen, die viel besser als die alten waren. Neue Raidtermine mussten her. Warum nicht die gleichen? Nun, von dem neuen Set gab es ein Teil in der alten 40er Instanz, und fast alle anderen Teile in der neuen. Blizzard war klug. Die Spieler waren gezwungen die alte Instanz woche für woche zu bezwingen und in die neue in Angriff zu nehmen. Folge davon? mehr farmen, mehr raiden, mehr reparatur kosten...
Reallife Begleiterscheinung? Mehr Videos, mehr Ruhm, mehr Fans. Wir hatten uns schnell auf diese neue Instanz eingestellt. neue taktiken waren notwendig, und kaum zu glauben aber wahr, die taktiken wurden erarbeitet, nicht erspielt. Einige Spieler aus unseren Reihen sind/waren Studenten. Scheinbar unschaffbare Bosse mussten irgendwie programmiert sein, sie mussten irgendwie bezwingbar sein. Pionierarbeit musste her, Statistik musste her, Programmierung musste her. Und siehe da, ein paar kleine statistische Erhebungen, ein paar kleine programmierte Addons, und schon fielen auf den ersten Blick unschaffbare Gegner. Blizzard war geschlagen, die neue Instanz war bezwungen, und wer war Zeuge? Die gesammte Spielergemeinschaft. Die Downloadzahlen der Videos wurden noch größer. Die neuesten Videos der neuesten Bosse wurden in den ersten Tagen über 6000 mal runter geladen.
Blizzards Reaktion? Eine neue Instanz muss her, diesmal jedoch eine, die man erst öffnen muss. Schlauer Zug, eine gigantische Weltquest, die auf dem Server beide Fraktionen gemeinsam lösen muss, wo man hundertausende von materialien Sammeln muss um diese Instanz zu öffnen. Was bringt das mit sich? Wochenlanges farmen natürlich, und weniger Zeit für die alten Instanzen und somit auch weniger neue Ausrüstung.
Wie für manche ersichtlich ist, ist das ganze eine nicht endender Sog. Unfassbar was sein wird, wenn das addon dieses Jahr noch rauskommt. Tut mir leid das ich euch mit dem Spiel jetzt schon so lange in Bann gezogen habe. Ich mag im WoW-Universum ein Gott sein, jedoch lebe ich nicht in der Matrix. Wer bin ich?
Ich bin Philipp, 27 Jahre, Ich habe meine Ausbildung abgebrochen, ich bin zuhause rausgeflogen, ich wohne in einer kleinen einzimmerwohnung in köln, ich habe in meiner Spielsucht mein gesamtes Gespartes aus Bundeswehrzeit auf den Kopf gehauen, ich habe 0 Freunde, Ich hab letzten Monat meine Rechnungen nicht gezahlt, ich bin seit einem halben jahr nicht mehr krankenversichert, mein personalausweis ist seit einem jahr abgelaufen, ich bin beim einwohnermeldeamt nicht angemeldet, ich hab noch 5€ in der Tasche, das Konto ist leer, in wenigen Tagen habe ich auch kein Internet/Telefon mehr. Ich hab kein Leben und ich hab Angst.
- Quelle: onlinesucht.de
Weiterführende Informationen, Unterstützungsangebote und mehr noch findet ihr unter anderem auf der Seite des HSO 2007 e.V.
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