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Spaceman\'s Welt

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Games Convention 2008 - Ich war dabei

aDaD25.08.2008, 11:06
Mehr als 80.000 von den insgesamt 203.000 Besuchern kamen am Samstag. Paralysiert durch die Sound-, Licht- und Bilderflut schob sich die Masse durch die nunmehr ausgebauten Gänge. Und ich mittendrin.

Rumms, Rumms...\"Y\'all gon\' make me lose my mind up in here, up in here\" schallts durch die Halle. Mit DMX\' Klassiker heizt der noch junge Hersteller und selbsternannte Pro-Gaming-Spezialist Roccat die gröllende, sonst eigentlich friedliche Masse an, die auf der Jagd nach Gimmicks, wie T-Shirts oder Schlüsselbändern, in diesem Moment selbst Fußballhooligans einschüchtern würde. Potential, was eventuell auch den Bundeswehr-Stand rechtfertigen würde.
\"Seid\' ihr alle X-BOX- Freaks?\", tönt der Moderator auf der Microsoft-Bühne. \"Jaaaaa\", bläkt es zurück. Und nochmal: \"Seid ihr alle Freaks???\" - \"Jaaaa\" entgegnet ihm die Meute. Schmunzelnd frage ich mich: Ist das die Selbsterkenntnis, die bekanntlich der erste Schritt zur Besserung ist? Ach was, irgendwie gehörts doch dazu. Und irgendwie stimmts auch - das mit den \"Freaks\".
Wie sonst erklärt man sich den Pulk von Menschen vor der GOA-Bühne, der auf Ansage zum Beispiel eine Schrittfolge nachmacht, nur um letzten Endes mit Cent-Artikeln beworfen zu werden?
Von daher kann ich die Erzählungen der netten Hostess vom Capcom-Stand durchaus nachvollziehen, die mit einem leichten sarkastischen Unterton ihre Eindrücke der vergangenen Tage schilderte. Darunter ein von Kopf bis Fuß mit zahllosen Schlüsselbändern der vergangenen sieben Games Conventions behangener Messebesucher oder ein seltsamer Typ mit Halbgesichtsmaske, der sie einhändig (!) binnen 30 Sekunden in dem von ihr präsentierten Spiel Street Fighter IV besiegte und darauf wortlos verschwand. Außerdem spottete sie irgendwas von sozialen Defiziten bei einigen Messebesuchern, die ihr wortlos die geöffnete Handfläche entgegenstreckten und auf Nachfrage nur mangelhaft in der Lage waren, ihrer Bettelei nach Herstellergeschenken verbal Nachdruck zu verleihen - lediglich ein Gurgeln oder Stammeln sei zu vernehmen gewesen, so die Hübsche.



Nicht nur, dass die Games Convention ein Sammelbecken für solche \"Originale\" der Gamerszene ist. Auch über die deutschen Grenzen hinaus lockt die GC mit ihrem bislang europaweit einzigartigen Angebot. Unter diesen Weitgereisten befanden sich auch drei Wiener, die sich um 3 Uhr morgens ins Auto geschwungen hatten, um dann nach 680 km Fahrt festzustellen, dass es sich mal wieder gelohnt hat, nach Leipzig zu kommen. Wobei denen auf Nachfrage Leipzig oder Köln als Austragungsort egal wäre.
Nach Köln, so die Österreicher, könnten sie zumindest mit dem Flugzeug anreisen. Und Branchenriese Electronic Arts zum Beispiel könnte zu Hause bleiben und seinen Messestand bequem ins Messegelände \"rüberschieben\" anstatt LKW-Kolonnen quer durch Deutschland zu schicken und sich mit abgeschlagenen Unterkünften irgendwo in der sächsischen Provinz herumzuärgern.
So teilte mir übrigens ein EA- Mitarbeiter im Vertrauen mit, dass es durchaus denkbar wäre, dass der Spieleriese aufgrund dessen sein Engagement in Leipzig zusehends einschränken könnte.
Zumindest wurde an diesem Wochenende schon dreist kräftig für die GAMESCom genannte Gegenveranstaltung des Bundesverbands Interaktive Unterhaltungssoftware (BIU) in den Kölner Messebarracken geworben. Neben dem Flugzeug, welches mit einem Werbebanner der GAMESCom im Schlepptau seine Runden über der Leipziger City drehte, fanden sich auch mobile Werbetafeln auf den ans Messegelände angrenzenden Parkplätzen. Nur waren die aus irgendwelchen Gründen dann gegen Samstag Mittag hin entfernt worden.


Dürfte auch Familienvätern gefallen...

Wenn es aber nach dem Familienvater aus Frankfurt a. M. gehen würde, dann dürften \"solche\" Spielemessen gar keine Besucher mehr finden. Völlig unorganisiert, keine Mülleimer oder wirkliche Weltpremieren: \"Das kannste dir vorher alles schon bei youtubi angucken. Und hier musste dich ewig dafür anstellen.\"
Recht hat er. Anstellen muss man sich. Aber meistens lohnt es sich auch. Denn das ist doch der Grund, warum man sich die Füße rund steht. Nämlich um das noch unveröffentlichte und heiß diskutierte Spiel anzutesten und dann das Gefühl zu haben, für eine kurze Zeit auf Augehöhe mit den großen Spielemagazinen zu sein.

Der Reizüberflutung in den Messehallen konnte mit einem Schritt nach draußen gut abgeholfen werden. Der \"GC-Beach\" und die angrenzenden Möglichkeiten, wie zum Beispiel Beach Soccer oder Quadfahren, brachten Abwechslung und sorgten für willkommenen Ausgleich. Und nicht nur das.
Nach außen hin erhält durch solche Angebote das bislang gesellschaftlich genormte Bild eines typischen Zockers auch mehr Farbe. Weg von der \"Kellerkind\"-Schublade hin zu einem eigentlich ziemlich coolen Typen, der neben Spielekonsole oder Rechner auch noch andere Hobbys hat und sogar sein Leben eigenständig auf die Reihe kriegt.
In diesem Sinne.

Die interessantesten Bilder zur Messe findet ihr natürlich in unserer Galerie.
Comments 2
  • 0
    TorstenFirst comment

    Defizite im kommunikativen Bereich

    Außerdem spottete sie irgendwas von sozialen Defiziten bei einigen Messebesuchern, die ihr wortlos die geöffnete Handfläche entgegenstreckten und auf Nachfrage nur mangelhaft in der Lage waren, ihrer Bettelei nach Herstellergeschenken verbal Nachdruck zu verleihen - lediglich ein Gurgeln oder Stammeln sei zu vernehmen gewesen, so die Hübsche.


    "I ... I need!" hörte man ihn nur stottern. Und nebenbei versuchte er seinem zaghaften Flehen mit ausgetreckter Hand quasi gestikativ doch noch die notwendige Ernsthaftigkeit hinter seinem Vorhaben zu demonstrieren. 😉
  • 0
    aD

    Ach was.

    Eigentlich klappte Hand hinhalten immer ganz gut...😃
??
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