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Szene17.07.2007, 03:59← Alle News

Life@Night über die Lanparty-Szene in AT

TorstenTorsten1.552 LeserLesezeit 4 Min

Sechs Jahre lang hat das Life@Night Team in der Region südlich von Wien erfolgreich Lanpartys veranstaltet. Doch ausgerechnet jetzt, im verflixten siebten Jahr, sagt das Veranstaltungsteam die Lanparty ab und erklärt den Ausstieg aus der Lanparty-Szene.


"Als wir vor 7 Jahren mit der Organisation von LAN-Parties begonnen haben, kamen Freunde aus diversen kleinen "Keller-LANs" zusammen, um ein Wochenende lang Computer zu spielen. In diesen kleinen Gruppen gab es einen respektvollen und freundlichen Umgang untereinander und bei technischen Pannen suchte man gemeinsam nach Lösungen. Heute, in einer wachsenden Szene, spüren wir leider eine gegensätzliche Entwicklung, die wir nicht näher erläutern müssen - die Freude an der Organisation einer Lanparty ist verloren gegangen.


Eines möchten wir an dieser Stelle hervorheben: Immer wieder hört man die Meinung, eine Lanparty zu organisieren sei ein großes Geschäft und oft wird bei Eintrittspreisen ab 30€ "geraunzt", dass dieser Beitrag nicht gerechtfertigt sei. Eine Lanparty ist und bleibt eine Non-Profit-Veranstaltung. Die Orga Teams sind für euch ehrenamtlich im Einsatz. Zu verdienen gibt es in der Branche im Regelfall nichts. Die finanziellen Anforderungen an eine guten Lan durch mehr und größere Turnierpreise, Sideacts und zusätzliches Service steigen stetig, höhere Eintrittspreise werden jedoch heftig kritisiert - ein Umdenken in der Szene wäre hier äußerst notwendig!

Man kann daher sagen, dass ein Zusammenspiel aus fehlender Motivation, steigendem finanziellen Aufwand und letztendlich die derzeitige Entwicklungen der Szene dafür verantwortlich sind, dass wir uns aus der Lan Szene zurückziehen."


In einem Interview mit Christian 'Thalionhil' Koudela, einem Organisator der Life@Night, erfahrt ihr mehr über die Beweggründe und die aktuelle Situation in der österreichischen Lanparty-Szene.

ProjectLAN.de: Ihr veranstaltet seit 7 Jahren Lanpartys. Wie sah die Szene zu eurer Anfangszeit aus und welche Aspekte haben sich heute zum Positiven wie auch zum Negativen geändert?

Christian: Wir haben zu einer Zeit begonnen, als das Veranstalten von Lanpartys noch nicht so kommerziell betrieben wurde. Wir hatten das Glück, langsam zu wachsen und kannten bis vor kurzen noch alle Besucher unserer LANs persönlich. Das war eine freundschaftliche Atmosphäre und wenn’s mal Trouble gab, dann wurde gemeinsam eine Lösung gefunden.
 
Durch die "Schnelllebigkeit" der Szene und teilweise auch durch die Kommerzialisierung kennen sich die Leute nicht mehr so gut untereinander (wenn überhaupt). Aus einem gemütlichen Wochenende mit Bekannten und Freunden ist ein arbeits- und stressreiches Wochenende geworden.
 
Hat sich die Szene zum negativen verändert? - Ja ich glaub schon, aber das mag nicht ausschließlich an der Szene liegen, sondern auch an der Gesellschaft generell

Life at Night


ProjectLAN.de: Was müsste sich ändern, damit ihr euren Veranstaltungsbetrieb wieder aufnehmen würdet?

Christian: Ich glaube wir, als Org-team, müssten wieder Spaß an der Sache finden oder es schaffen, eine Veranstaltung wie diese als reines Geschäft zu sehen..
 
Bei einer Veranstaltung dieser Größe beginnen wir circa 9 Monate vorher mit der Planung und das Planen benötigt einfach viel Zeit. Es ist irgendwie so ähnlich wie ein Hobby - man macht’s aus Spaß, braucht viel Zeit und Energie und trotzdem macht man es gern :)

Bei uns ist halt der Punkt gekommen, dass der Spaß abhanden gekommen ist. Also bleibt noch die zweite Variante - das Ganze als Geschäft zu sehen. Aber das ist meiner Meinung nach ein Ding der Unmöglichkeit, zumal mit einem Großteil der Teilnehmerbeiträge die Unkosten abgedeckt werden. Und ein Großteil der User jammern bereits jetzt schon über die Eintrittspreise…Nunja, der Wert einer LAN-Party bleibt zumeist unerkannt.
 

ProjectLAN.de: Was würdet ihr gern zukünftigen Teilnehmern und Veranstaltern mit auf den Weg geben?

Christian: Den Veranstaltern, glaub' ich, kann ich nur raten, eine LAN nie des Geldes wegen zu machen - das rentiert sich einfach nicht.
 
Das Einzige, was eine LAN-Party wirklich auszeichnet, ist selten die Technik. Vielleicht der eine oder andere Side-Act. Aber das, worauf es wirklich ankommt, ist die Motivation und der Umgang mit den Leuten. Da kann es schon mal vorkommen, dass ein Server streikt oder die Pizza zu spät kommt - solange die Stimmung passt und die Leute gut gelaunt sind, wird gut und gern ein kleiner Hoppala verziehen.
 
Was die Teilnehmer betrifft... Ich würde mir einfach ein bisserl mehr Verständnis und Respekt wünschen. Verständnis dafür, dass "ein Haufen" begeisterter Spieler und Organisatoren aus Spaß an der Sache so ein Wochenende organisieren. Außerdem Verständnis dafür, wenn es halt mal nen kleinen Ausrutscher oder einen Netzausfall gibt. Meiner Erfahrung nach liegt die Ursache auch nicht immer beim Org-Team, sondern auch durchaus öfters mal bei irgendwelchen Geeks, die gucken wollen, wie "wasserdicht" ein Netz oder ein Server ist.

Und ja, Respekt wünsch ich mir für die Spieler untereinander. Was ist schon dabei, wenn mal ein Teammitglied nicht an erster Stelle ist, wenn mal ein PC eingegangen ist oder neu aufgesetzt gehört? Wir sind alle "nur" Menschen und daher wünsch' ich mir auch einen respektvollen Umgang mit- und bei Turnieren auch mal gegeneinander.

Mehr Infos findet ihr unter: www.LifeatNight.at
Kommentare 4
  • 0
    NeMiXNeMiX1. Kommentar

    Hmm

    Also tut mir leid, aber die Ansichten finde ich teilweise ein bißchen verklärt bzw. naiv.
    Vlt. sind die netten Österreicher uns ein paar Jahre hinterher, aber ich finde, dass heutzutage auf einer solide Veranstaltung die Basics (Netzwerk, Strom, Catering) zu 110% stimmen sollten. Klar kann mal kurz ein Switch ausfallen, aber ein kompletter Netzwerkausfall sollte heute nicht mehr passieren. Dasselbe denke ich bei Strom, klar kann es immer mal passieren, das betrifft dann aber meist nur eine 16A Sicherung und nicht ne komplette Party.

    Wo ich Christian rechtgebe ist die Sache mit den Spielern untereinandern, denn heutzutage wird "geflamed" dass einem echt schlecht wird. Und das die Organisatoren stets nett und freundlich sind halte ich auch für selbstverständlich....
  • 0
    SodanSodan

    @nemix

    ich sehe das genauso wie er.
    vllt. bin ich (achtung!) "lanparty-romantiker", aber in den zeiten wo ich damit angefangen habe, war es genauso wie er beschreibt!
    jeder kannte sich. jeder war zur stelle, wenn es galt ein problem zu lösen und wenn mal das netzwerk abgeraucht ist, dann haben alle nach dem fehler gesucht oder sich anderweitig unterhalten und habens locker genommen.
    man war ja schließlich da um spaß zu haben und nicht um zu flamen etc.....

    und wer nur einmal ein event > 200 mann mit organisiert hat oder auch nur mitbekommen hat, was die leute zu leisten haben, die soetwas gemacht haben, dann hab ich vollstes verständnis, wenn mal etwas nicht so prall läuft!


    Hat sich die Szene zum negativen verändert? - Ja ich glaub schon, aber das mag nicht ausschließlich an der Szene liegen, sondern auch an der Gesellschaft generell


    das triffts genau. die leute wollen alles für lau und am besten schon gestern und überhaupt? warum werde ich nicht wie ein gott behandelt wenn ich auf eine lanparty komme? ich habe schließlich ganze 15 - 30 € eintritt bezahlt! die orgas sollen sich mal net so haben. die haben zusammen ja nur schlappe 3000-5000 stunden ihrer freizeit, unbezahlt, in das projekt gesteckt!

    ich bin für eine revolution!

    ACHTUNG. DER FOLGENDE TEXT ENHÄLT FLAME!

    back 2 the roots -> "tisch-stuhl-netzwerk"-lanpartys!
    und alle pu**ys, denen das zu hart ist, sollen nach hause whinen gehen und weiter mit ihren vl (virtual-life) friends stupide über inet daddel
  • 0
    Fr3dd1Fr3dd1

    Hast Recht

    stimmt schon was er schreibt. So eine LAN-Party ist ein riesen Aufwand. Ich war zwar noch nie auf einer aber ich kanns mir vorstellen das da so ziemlich jede freie Minute reinfliest. Meine kleinen Keller-Lans alla 8 mann nehmen ja schon ne mege Zeit in Anspruch^^

    Ich glaube aber kaum das sich das Konzept "back 2 the Roots" durchsetzen wird, auch wenn ichs ganz cool fände, ist einfach zu unbequem für die meisten.

    mfg Fr3dd1
  • 0
    TorstenTorsten

    Passender Spruch

    "Wer nicht mit der Zeit geht, muss mit der Zeit gehen."

    Wir haben uns auch aus dem Veranstaltungs-Sektor zurückgezogen. Die Gründe waren denen von Life@Night sehr ähnlich.
??
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"Unsere amerikanischen Freunde haben übrigens gesagt, wenn die Amerikaner nicht hier her gekommen wären, dann wären wir heute eine sozialistische Sowjetrepublik. Das stimmt, Amerikaner. Aber wenn die Europäer nicht zu euch gekommen wären, dann wärt ihr heute Indianer." Harald Schmidt, 2003-02-13

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