Netzwerker - Die Fernmelder der Lanpartyszene
Was ihr schon immer über sie wissen wolltet

Das Netzwerkteam gehört zur Kerngruppe eines jeden Veranstalters, gibt es sie nicht, dann kann man auch das Substantiv LAN aus dem Wort LANPARTY streichen. Sie sorgen dafür, dass die Teilnehmer ihre Datenpakete nicht selber tragen müssen, können Teilnehmer schon anhand ihrer IP identifizieren und wenn durch den Paketfilter verdächtige Signaturen durchrauschen sind sie die ersten, die "Mach den DC aus!" durch die Halle rufen.
Wir wurden oft gefragt: Wie erkennt man eigentlich einen Netzwerker unter den vielen Teilnehmern auf einer Lanparty? Nun, genau dafür haben wir eine Aufstellung von Erkennungsmerkmalen für euch. Denn in einer Langzeitstudie mit über tausend befragten Organisatoren und Teilnehmern haben wir die skurrilsten Fakten für euch zusammengetragen. Und los geht’s!
Zweckbetonte Erscheinung
Ein sicheres Kriterium, dass sich vor euch ein Teammitglied der netzwerkverlegenden Zunft befindet, ist der edle kellergebräunte Teint, der sich auf seinem Gesicht niederschlägt. Das kommt ganz einfach davon, dass ein Kabeltroll auch im allerhöchsten Hochsommer immer in den klimatisierten Rechenzentren seines Arbeitgebers Zuflucht findet. Dies ist ein natürlich angeborener Instinkt, der das Individuum vor krebsverursachenden Sonnenstrahlen schützen soll. Strippenzieher haben es gern bequem - logisch, findet man sie doch am häufigsten kniend unter Tischen. Deswegen steht bei ihnen die Fußbekleidung in Form von Birkenstock-Sandalen hoch im Kurs. Ok, es dient nicht nur der Bequemlichkeit, sondern gehört auch zu den Arbeitsschutzmaßnahmen eines Netzwerkorgas. Klar, wer will sich denn schon mit den Schnürsenkeln seiner Designer-Adidas-Schlappen im Kabelgewirr verfitzen.

Eine weitere Schutzfunktion ist außerdem der verträumte Schlafzimmerblick gepaart mit einer Figur, die klar an ein Netzwerkkabel erinnert. Bei kühleren Temperaturen ist ein modisches Fleecehemd sehr beliebt, wärmt es doch und strahlt gleichzeitig eine beruhigende Wirkung auf den Gegenüber ab. Diese drei Schutzkriterien drücken eines klar aus: "An mir ist nichts dran, bitte tu mir nix!" Das ist auch wirklich wichtig. Es handelt sich ja schließlich nicht um Orgas aus dem Turnier-Bereich, die im Umgang mit Menschen deutlich mehr Erfahrung aufweisen.

Lasst ihn machen!
Einen Netzwerker bei der Arbeit sollte man unbedingt in Ruhe lassen. Hier werden in den wenigen Stunden der Aufbauphase Denkprozesse verarbeitet, die der Großrechner DeepBlue in zig Lichtjahren nicht...äh...naja, er würde eben nicht auf die Probleme stoßen, die dem Netzwerker in dieser Phase durch den Kopf schießen - Punkt! Nach getaner Arbeit ist der Strippenmanager aber einer der umgänglichsten Typ Menschen auf einer Lan, den es gibt. Sofern man sich mit der Materie seines Hobbys auskennt, hat man in ihm einen kompetenten Gesprächspartner, mit dem man bis in die frühen Morgenstunden debattieren kann.
Häufig zu beobachten: Diskussionen dringen unweigerlich in den interessanten Themenbereich der Kabelkunde vor. LWL oder Glasfaser? Kupfer oder WLAN? Diese Themen könnten Netzwerker stundenlang erörtern - ohne Punkt und Komma. Gerade in dieser heißen, kommunikativen Phase kommt der Kabeldiplomant nicht ohne ein gutes, kühles Bier aus. Nicht, dass er davon viel vertrüge - er schafft's ja nicht mal, 'nen Kasten Bier ranzuschaffen - aber er scheint das Gefühl zu mögen, über den Dingen zu schweben.

Nur ein Genie durchblickt das Chaos
Ordnung ist das halbe Leben, diesen Satz könnte ein Netzwerker erfunden haben. Wenn man etwas kabelmmäßiges sucht - bei ihm wird man bestimmt fündig. So bewahrt er alle Kabel geordnet nach Länge, Farbe, Alter, Abnutzung, Geruch und Bandbreite auf. Signifikant ist der autistische Charakter dieser Ordnungsliebe. Kabel die einmal in einem bestimmten Port eines Switches gesteckt haben, werden entsprechend gekennzeichnet und bei der nächsten Veranstaltung auch wieder an genau diesem Port ihren "Steck"-Platz finden. Switche werden in den Karton zurückverpackt, in dem sie gekauft wurden. Bei mehreren Switchen gleichen Modells hilft die Seriennummer weiter, stimmen die Nummern auf Gerät und Verpackung überein, darf eingepackt werden - nicht dass noch ein Switch in der Verpackung eines anderen landet - die Folgen wären fatal!
Damit wäre eigentlich alles gesagt. Haben wir die eine oder andere Sache unsachlich recherchiert, bitten wir das zu entschuldigen.
Für alle Merkschwerfälligen haben wir hier noch eine kurze Zusammenfassung:
Wo findet man Netzwerker? Unter dem Tisch.
Wann darf man einen Netzwerker ansprechen? Nach der Arbeit.
Wie kann man einen Netzwerker am besten ansprechen? Mit einem Bier und genügend Gesprächsstoff zum Thema Glasfaser und LWL.
Wann darf meinen einen Netzwerker nicht ansprechen? Während der Arbeit oder nach seinem Bier.
Wie erkennt man einen Netzwerker? An seiner Kellerbräune, den Birkenstock-Sandalen und seinem Schlafzimmerblick.
Was lieben Netzwerker? Ordnung, Ordnung, Ordnung...und andere Netzwerker.
In unserer nächsten Kolumne werden wir dann die Turnierorgas genauer unter die Lupe nehmen. ;-)

Torsten0
Torsten0
aD0
Torsten0