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Szene24.03.2009, 11:42← Alle News

Cyberkriminalität: 10.000 Dollar täglich mit Rogue Anti-Viren Software verdienen

RonnyRonny678 LeserLesezeit 2 Min

In einem jetzt veröffentlichten Bericht des Malicious Code Research Center der Firma Finjan, wurde der Schaden welcher über Rogue Anti Viren Software verursacht wird, einmal genauer unter die Lupe genommen. Dabei fanden die Ermittler des Unternehmens heraus, dass Cyberkriminelle ohne Probleme täglich über 10.000 Dollar mit dieser Schadsoftware verdienen können.

Cyberkriminalität: 10.000 Dollar täglich mit Rogue Anti-Viren Software verdienen
Die Cyberkriminalität entwickelte sich in den letzten Jahren zu einem der erfolgreichsten Geschäftszweige der Mafia. Unzählige ahnungslose Nutzer fallen täglich auf die neuen Tricks und Kniffe von Cyberkriminellen herein. Eins der jüngsten Tricks sind Rogue Anti-Viren Programme, welche über Google vertrieben werden. Dabei nutzen die Kriminellen Tippfehler der Nutzer bei der Suchmaschine aus. Dies funktioniert wie folgt.

Zum Beginn des modernen Vertriebs von Rogue Anti-Viren Software steht die Kompromittierung einer Webseite. Hierzu platzieren die Kriminellen Unterseiten in einer Webseite, welche sie bewusst mit fehlerhaften Begriffen der Seite versehen, zum Beispiel: Gogle. Anschließend sorgen die Cyberkriminellen dafür, dass entsprechende Suchanfragen bei Google in den obersten Bereichen erscheinen. Tippt man als ahnungsloser User einen fehlerhaften Suchbegriff ein, kann man im Anschluss einen Link zu diesen kompromittierten Seiten als Ergebnis erhalten. Aufgrund der unentdeckten Einbindung weiterer Unterseiten, auf der Seite des Webseitenbetreibers, gibt Google als Ergebnis einen Link aus, welcher mit dem richtigen Namen der gewünschten Webseite beginnt und damit für jeden Nutzer als unbedenklich einzuordnen ist.

Sobald man jedoch auf diesen Link klickt, gelangt man auf eine Unterseite der Webseite, von dieser anschließend im Hintergrund automatisch die Schadsoftware herunter geladen wird. Sobald der Download abgeschlossen ist erhält man einen Hinweis, dass der PC durch einen Virus infiziert wurde. Oft imitiert die Rogueware dabei eine Warnmeldung von Windows, welche täuschend echt aussieht, allerdings häufig englischsprachig ist. Anschließend erhält man den Hinweis, dass der Schädling durch eine kostenpflichtige Antivirensoftware beseitigt werden kann. Geht man darauf ein, sorgt man dafür, dass irgendwo auf diesen Planeten mehrere Leute viel Geld verdienen.

Um sich über die Summen im Klaren zu werden, welche dabei in die Kassen der Gangster fliesen, beobachteten die Mitarbeiter des Malicious Code Research Center diverse Aktivitäten im Web. Sie stellten fest, dass die vermeintliche Antiviren Software den Nutzer im Durchschnitt 50 Dollar kostet. Diese Summe bezahlten 1,79 Prozent aller Opfer, dessen Rechner von einer Rogueware infiziert wurde. Nicht viel könnte man jetzt denken, doch damit beginnt das Zahlenspiel erst.

Innerhalb von nur 16 Tagen wurden 1,8 Millionen Anwender auf eine kompromittierte Webseite geleitet. Bei sieben bis zwölf Prozent dieser Nutzer wurde eine Rogueware installiert, was bedeutet, dass auf bis zu 216.000 Rechnern eine Installation statt fand. Knapp 4.000 Personen luden sich anschließend die 50 Dollar Anti-Viren Software herunter, womit das Netzwerk rund 200.000 Dollar einnahm. Cirka 170.000 Dollar schüttete das Netzwerk an die einzelnen Mitglieder wieder aus, welche sich um die Kompromittierung der Webseiten kümmern, die entsprechenden Links zur Software setzten und dafür sorgen dass die Rogueware funkioniert. Dies entspricht ungefähr 9,6 Cent je erfolgreiche Weiterleitung oder rund 10.800 US Dollar pro Tag.

Bereits jetzt werden über Google Suchergebnisse schon über 500.000 kompromittierte Seiten angezeigt, Tendenz steigend.

Weitere Infos zu Thema:
Wie funktioniert die Kompromittierung einer Webseite?
Was ist eine Rogueware?
Wie funktioniert das automatische Herunterladen einer Schadsoftware über den Browser?

Quelle: finjan.com
Kommentare 4
  • 0
    Pvt._HudsonPvt._Hudson1. Kommentar

    Ziemlich krasse Zahlen

    Jedoch versteh ich den Zusammenhang zwischen "ich such mal ne Anti-Viren-Software" und "ich installier' mal ne kostenlose Version" nicht. Wenn ich den Verdacht habe, dass ich einen Virus habe, lade ich mir doch keine kostenlose Version herunter, sondern sehe zu, dass ich eine namhafte, bakannte Version beziehe.
    Außerde, ist der präventive Schutz doch wesentlich sicherer, als die Schadesbegrenzung im Ernstfall. Und wer leichtsinnig 50,- € überweist, soll von Glück reden, dass
  • 0
    RonnyRonny

    Frage

    Wie viele Menschen kennt ihr, welche vom Internet keine Ahnung haben, aber trotzdem jeden Tag online gehen?

    Man darf nicht immer von seinem eigenen Wissensstand ausgehen. Der Großteil der Bevökerung hat keinen Schimmer davon, was technisch alles möglich ist. Fragt einfach mal bei euch im Freudekreis nach wer eine Antivirensoftware inkl. Firewall besitzt und dann fragt als Nächstes wie oft diese aktualisiert wird.

    Zum Schluss könnt ihr noch die abschließende K.O.-Frage für 99 Prozent aller Internetnutzer stellen, wie oft sie ihren Virenscanner im Offline-Modus über den Rechner jagen.
  • 0
    Pvt._HudsonPvt._Hudson

    Rechner und Internet benutzen...

    Also, wer keine Ahnung hat, wie er einen Rechner sicher durchs Internet schippert, der hat auch keine Ahnung, wie der die Windows eigene Firewall ausschaltet. Weiterhin sollte der Hinweis zur Nutzung einer Antivierensoftware nicht ignoriert werden.

    Weiter sollte der Hinweis zur Nutzung von Kreditkartennutzung weithin bekannt sein. Wer diese Sachen ingnoriert, hat es nicht besser verdient.

    Als passender Vergleich: Wer keine Ahnung hat, billige Tickets für die Bahn zu kaufen, fährt dennoch
  • 0
    Pvt._HudsonPvt._Hudson

    *keine Ahung, was hier passiert ist*

    [Fortsetzung...] ... dennoch sicher - nur teurer. Ergo: Wer Ahnung hat kommt billiger, nicht automatisch unsicherer. Und wer schwarz fährt, bekommt die Rechnung.
??
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