Amoklauf in Winnenden: Geht die Hexenjagd jetzt wieder los?
Wieder ein schreckliches Drama mit tödlichem Ausgang in einer deutschen Schule: Ein 17-jähriger erschießt in einer Realschule in Winnenden, Baden-Württemberg, neun Schüler und drei Lehrerinnen. Auf der Flucht tötet er drei Passanten und verletzt zwei Polizeibeamte schwer. Dann wird er von der Polizei erschossen.

In den News quer durch die deutsche Medienlandschaft kristallisiert sich jetzt schon heraus: Vater Hobbyschütze und Waffensammler - der Sohn schlechter Schüler, Einzelgänger, liebte Paintball, Horrorfilme und Ballerspiele - es scheint klar, wohin die Richtung geht.
Ich sehe in diesem Zusammenhang schon den nächsten Abschnitt der von der Bayerischen Politik gesteuerten "Killerspiel-Debatte". Schliesslich befinden wir uns in einem sogenannten "Superwahljahr". Und das passt den Gegnern der Videospiel-Industrie doch hervorragend ins Konzept, dem nur unzureichend aufgeklärten Durchschnittsbürger das Genre der Ego-Shooter und Weltkriegs-Simulationen als Auslöser der angestauten Wut des Todesschützen (ich weigere mich, den Begriff "Amokläufer" zu benutzen) über alle möglichen gesellschaftlichen Konflikte in seinem Leben auf dem Silbertablett zu präsentieren. Besonders bitter ist das Ganze wegen der aktuellen Debatte im Bundestag bezüglich des "Medien- und Kommunikationsberichtes 2008". Nach der Präsentation am 5. März wurde auch über Computerspiele gesprochen - und siehe da - endlich mal positive Stimmen:
Kulturstaatsminister Neumann sieht vor allem eine stark wachsende Bedeutung der Spiele. Seiner Auffassung nach...
Zitat: "...bilden sich bei jungen Nutzern mit den interaktiven Bildschirmspielen neue Leitmedien heraus. Sie verdrängen bei den Jugendlichen die Medien Tonträger, Film und Fernsehen aus ihrer Rolle als Leitmedien."
Ähnlich sah es die SPD-Abgeordnete und Sprecherin der Arbeitsgruppe Kultur und Medien Monika Griefahn.
Zitat: "Computerspiele haben heute - wie der Film - eine ganz wichtige Funktion auch im künstlerischen Bereich. Die Musikentwicklung, die Designentwicklung, die Kostümentwicklung und alles, was im Film passiert, gibt es auch in den Computerspielen." Griefahn will die Diskussion um die Killerspiele nicht weiterführen und verweist darauf, dass etwa Fußballspiele viel größere Marktanteile hätten.
Sogar aus der CSU gab es positive Äußerungen, die CSU-Abgeordnete Dorothee Bär (Jury-Mitglied des "Deutschen Computerspielpreises") sagte:
Zitat: "Als Mitglied der Jury kann ich versichern, dass es ganz außergewöhnliche Spiele gibt, die künstlerisch und pädagogisch wertvoll sind."
Offensichtlich an die Befürworter eines generellen Verbots von "Killerspielen" - in erster Linie andere CSU-Politiker - gerichtet, sagte Bär:
Zitat: "Deswegen ist es wichtig, dass wir an die Gegner, die immer alles pauschal verurteilen, das klare Signal senden, dass durch die Forderung nach einem pauschalen Verbot nur die ganze Branche verunglimpft wird und dadurch geleugnet wird, dass die Computerspiele zur großen Vielfalt der Kulturlandschaft Deutschlands beitragen." Im Hinblick auf den Jugendschutz forderte Bär, das Thema neue Medien verstärkt in den Schulen aufzugreifen. Da seien die Länder in der Pflicht. Sie ist der Meinung, dass ein Fach wie Medienkunde heutzutage eigentlich unabdingbar sei.
Bislang erschwert etwa die Tatsache, dass für jedes Medium eine andere Freigabestelle zuständig ist - USK für Spiele, FSK für Filme - einen effektiven Jugendschutz, insbesondere im Internet. Griefahns Forderung:
Zitat: "Wir müssen uns stärker mit der Frage auseinandersetzen, ob für das Zusammenwachsen der Medienstrukturen nicht eine sektorübergreifende Medienordnung notwendig ist. Ich glaube, ja."
Alles sehr positiv für Fans von Videospielen am PC oder der Konsole, es hätte alles so schön sein können...
Aber jetzt bin ich gespannt, wie es mit dem Thema weitergeht. Jetzt, nach Winnenden - in einer Reihe mit Erfurt und Columbine High...
Quelle: http://www.golem.de,Golem.de;http://www.Spiegel.de,Spiegel.de;http://www.n24.de,N24.de;http://www.bild.de,BILD.de
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Natürlich geht sie wieder los.........
beim ZDF haben sie vorhin schon die "Gemeinsamkeiten" aller Amokläufer aufgezählt na ratet mal was da wieder ganz oben als ganz böse Ursache stand ? Meiner Meinung nach eine frechheit das sich die Medien und die Politiker nun wieder auf die einfachste Lösung zu stürzen als das sie sich wirklich mal Gedanken machen und nach der Ursache suchen. - 0
Hart aber fair
"Hart aber Fair" hat schnell gehandelt, heute Abend um 22:20 findet eine Sendung mit dem Thema "Schule der Angst - was macht Kinder zu Amokläufern?" statt. Einer der Gäste ist der renommierte Kriminologe Prof. Christian Pfeiffer..... - 0
Einfach, einfacher, BILD
Auf BILD.de liest man das Übliche...
Als Opener:
BILD auf Spurensuche im Leben und in der Seele von Tim K. (17). Einem Jungen, der alles hatte - außer echte Freunde und Anerkennung. Ein Junge, der sich verkroch in einer Welt aus Computerspielen – und Waffen.
Und weiter unten im Text wird locker drauflos zitiert:
Um sich mit den Menschen nicht zu sehr auseinandersetzen zu müssen, verbrachte Tim K. Stunden vor dem Computer. Ein Freund: "Er liebte Ballerspiele wie Counterstrike, schaute auf dem Computer auch Horrorfilme. Es würde mich nicht wundern, wenn er vor der Tat die ganze Nacht am PC geballert hat, morgens von dem Amoklauf in den USA gehört hat – und dann loszog zur Schule."
Natürlich Ballerspiele... wie einfach es für BILD doch immer wieder ist. - 0
wie immer
die Frage is doch wieder... wie kam er an die Waffen... meine er hätte ja auch Steine und Holzknüppel mitnehmen können.. aber nein, es war die MP von Pappa.. der noch 17 weitere im Schrank hatte.
Aber wer sagt das Tim K nicht auch im Schützenverein war - wie sein Vater ?! ich kanns mir gut denken....
Und so hart wie das hier klingt.. da hat ein bissel unser Schulsystem versagt, was die psychologiche Hilfe, wie in anderen Ländern, nicht anbietet aber vorallem, meiner Meinung nach, die Eltern die sich nicht um den Jungen gekümmert haben ==> Einzelgänger!
Der Vater soll ein wohlhabender Unternehmer sein... warum ist der Junge aber durch gefallen !? Merkwürdig is nur dass auf der Schulseite (Cache: http://tinyurl.com/bbwkgo) ein Foto von seiner Abschlussklasse: http://twitpic.com/1zz4e zu sehen ist.
Und ob Tim K. nun CS oder so gespielt hat ist auch egal, weil das machen tausende Täglich in Dtl. und auf der ganzen Welt - seit JAHREN.. und prozentual dazu ist die Amok-Rate verschwindend gering bis 0.
Ich bin dafür dass die Eltern sich mehr um ihre Kinder kümmern als sie vorm TV, VCR, DVD, PC zu parken.
so long Smithers - 0
Fakt ist eins:
Durch ALLE Medien - egal ob Printmedien, Filme oder das Internet - wird der Mensch von Jahr zu Jahr zunehmend mit Gewalt konfrontiert. Die besten, mit ehrbaren Prinzipien erdachten Schutzmechanismen, bewirken nur leider herzlich wenig, wenn schon Kleinkinder im Nachmittagsprogramm unterbewusst lernen, dass das Böse bekämpft werden muss und wenn nötig mit Gewalt. Werte werden schon lange nicht mehr vermittelt! Und somit sehe ich die Veranwortung nicht bei den Computerspielen allein, denn diese sind nicht gewaltfördernder, als eine Hetzkampagne der oben beschriebenen Boulevardblätter.
Meiner Meinung nach sollte der Bund insbesondere an der Aufklährung arbeiten - der Aufklährung Eltern gegenüber. Denn diese wissen häufig in keinster Weise, was ihre Kinder zu Hause am PC spielen, mit wem sie sich per Chat unterhalten und mit was sie sich sonst noch alles in den Weiten des Internets ihre Zeit vertreiben.
Die Hemmschwelle zur Gewaltbereitschaft ist in den vergangenen Jahren gesunken, durch brutal Filme, schockierende Bilder in der Tageszeitung und durch die immer besser werdende Technik in Computerspielen.
Kinder können ohne Probleme Polizeivideos auf YouTube.com sehen, die normalerweise erst nach 22 Uhr gesendet werden. Ebenso schockierende Videos von Unfällen oder zufällig gefilmten Attentaten. Der Mensch stumpft ab, die Grenzen verschwimmen immer mehr. Dies unterstüzend fördern Vollzeit arbeitende Eltern, die nur noch wenig Zeit für ihren Nachwuchs aufbringen können. Der Umgang mit dieser schieren Flut von Gewalt, obliegt somit bei den Heranwachsenden selst. Was das für psychologische Auswirkungen haben kann, ist bisher noch nichteinmal ansatzweise zu erahnen... - 0
Bravo, Hudson!!!
Du hast die Allgemeinsituation hervorragend analysiert. Eine Sichtweise, die erstrebenswert ist. - 0
Zum Thema Gewalt
Wer von euch kennt den Begriff "Happy Slapping"?
Dabei handelt es sich um eine neue Welle, welche derzeit in den USA die Runde macht.
In dem Artikel steht so ziemlich dass drin, was Hudson schon erwähnte.
Happy Slapping - Gewalt per SMS - 0
Und weil ich auch noch was loswerden möchte
Danke großer Bär ( 😉 ), dass du gleich eine News aufgesetzt hast. Allerdings ne kleine Manöverkritik, eine Überschrift dieser Art möchte ich hier nicht noch einmal lesen. Die liest sich vorverurteilend und überzogen. Und das wird unserem eigenen Anspruch keinesfalls gerecht. Wir wollen informieren, berichten, unterhalten (und wenn es sich irgendwie einrichten lässt, ideologische Werte schaffen 😉 ). Was wir nicht wollen ist, polarisieren, polemisieren, vorverurteilen, Meinungen vorwegnehmen. Bleiben wir also bitte, so gut es uns gelingt, beim Pressekodex. 🙂
Achja, und ich wollte da ja noch etwas loswerden.
Also ich besitze seit gut einem halben Jahr keinen Fernseher mehr. Und da ich die Kiste (naja, war schon ein guter 16:9er 😉 ) schon sehr viel länger nur noch für DVDs benutzt hab, ist mein "Entzug" noch viel länger her. Vor dieser Zeit habe ich neben den Abendfilmen und -Serien alles mögliche konsumiert. Daily-Soaps wie "Die Auswanderer", "Promi Dinner", Boulevard-Magazine und -Nachrichten, Reality-TV ... lief alles bei mir nebenher und hat unterschwellig mein Gemüt unterwandert. Ich hab mich doch tatsächlich mit dem Schicksal einer Familie beschäftigt, die Schwierigkeiten mit der Erziehung ihrer Kinder hatte und deshalb die Supernanny rufen mussten oder hab mich über die armen Schweine in "Das Model und der Freak" lustig gemacht bzw. fremdgeschämt. Und genauso haben mich die Boulevard- oder Abendnachrichten (mal ehrlich, so stark unterscheiden die sich mittlerweile wirklich nicht mehr. Die Themen sind zwar sehr unterschiedlich, die Präsentation aber dieselbe) aufgeregt.
Schaut man sich die Themen an, wird eigentlich nur noch über das Leid in aller Welt oder über irgendwelche Nebensächlichkeiten berichtet. Das heißt für mich, wenn man all das tagtäglich konsumiert, zieht einen das ziemlich runter. Denn auf der einen Seite wird man ständig mit Ängsten und Sorgen konfrontiert (bestes Beispiel - Arbeitsplatzverlust -> Hartz4 -> Existenzfurcht) und auf der anderen Seite mit Banalitäten (Königin Victoria bekommt ihr drölftes Kind) wieder beruhigt. Das ist ein ständiges Auf und Ab. Als würde man Aufputschmittel nehmen, um sich aus dem Bett zu schleifen und gleich danach Ritalin einwerfen, um wieder runterzukommen. Mit ein bisschen Paranoia könnte man vermuten, dass das Fernsehen als Mittel verwendet wird, um Menschen zu steuern. Ich glaub, Michael Moore hatte in seiner Dokumentation 9/11 eine These dazu aufgestellt. Macht man den Menschen nur ordentlich Angst, dann fangen sie an, zu konsumieren (naja, und vielleicht auch mehr Kinder zu zeugen ... aber das hat er nicht aufgeführt 😉 ) und verfallen in den Kaufwahn, um ihre Stimmung wieder in den positiven Bereich zu bewegen.
Also was ich an mir beobachtet hab ist, dass ich seitdem ruhiger, gelassener geworden bin. Ich treffe Entscheidungen mit mehr Sorgfalt und lasse nicht zu, dass ich mich von irgendwelchen Ängsten, Sorgen, Befürchtungen unter Druck setzen lasse. Auch hat sich mein Gedächtnis, meine Aufmerksamkeitsspanne, meine Lernbereitschaft und mein Spieltrieb (ich mein damit, ausprobieren, experimentieren) stark verbessert. Ich schaffe heute Dinge, die ich früher für mich für unmöglich hielt.
Zum eigentlichen Thema habe ich nicht viel mitzuteilen. Die Verantwortung trägt der Täter jedenfalls selbst. Und nur, weil er sich jetzt nicht mehr der Gerechtigkeit stellen kann, sollte man nicht versuchen, auf Teufel komm raus, andere Schuldige zu suchen. Ich wünschte mir mehr Sachlichkeit und Objektivität, Pietät und vor allem Respekt für die Hinterbliebenen seitens der Medienbeauftragten. - 0
Tut mir leid...
...aber es ist leider, wie es ist, Torsten. Die News spiegelt meine Meinung wieder, deswegen habe ich auch in der "Ich-Form" geschrieben und ich empfinde die Berichterstattung und das, was in den Online-News und in den Printmedien zu lesen ist, als "Hexenjagd". Egal ob RTL, BILD, Express oder andere - das Thema "Killerspiele" (ich hasse dieses Wort) steht vor allen anderen Hintergründen. Kaum einer macht sich Gedanken über andere Möglichkeiten, sprich die häusliche Situation (Geld statt Elternliebe), das Versagen von Lehrern ("du landest eh bei der Müllabfuhr"), das Mobbing durch andere Schüler ("er war ein Loser"), fehlende echte Freunde ("wenn er Geld hatte, waren Freunde da") - das alles steht in der Berichterstattung unter fernerliefen.
Der erste Eindruck zählt - und wenn da als Aufmacher "er zockte Ballerspiele wie Counterstrike" (mit einem Bild von "RainbowSix" unterlegt) steht, dann hat der Durchschnittsleser auch seine Meinung festgemacht, der Rest geht im Rauschen unter.
Sicher hattest du die Möglichkeit, die Überschrift nach deinem Gusto zu entschärfen, wenn sie dir zu radikal oder zu polemisch erscheint, da ich nach meinem berufsbedingten Abschied aus der PL-Redaktion den Text nicht selbst freischalten kann. Du hast es aber nicht getan, wahrscheinlich auch, weil ich dir in der PN geschrieben hatte, dass der Text meine ganz persönliche Meinung widerspiegelt.
Und meine Meinung ist nun mal, dass durch dieses absolut verurteilenswürdige Handeln eines Einzelnen und einer Tragödie für viele die Diskussion nach langer Zeit und fast einer Wende in der Köpfen der meisten Politiker doch demnächst wieder in die alte Richtung geht. Und das betrifft alle, die gewisse Titel gerne spielen, auch die Erwachsenen unter den Gamern.
Aber danke für deine offenen Worte und die faire Kritik, ich verspreche, solange es keinen Anlass für eine gewisse Radikalität meinerseits gibt, werde ich sanfte Überschriften wählen, wenn ich mal wieder was zu vermelden habe. - 0
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Kein Thema...
...so schnell nehme ich nichts persönlich, außer es kommt von BILD, der CSU oder meinem Chef... 😉
Und danke für das Lob, tut gut an so einem verregneten Tag. - 0
Die Medien
Nach "langer" Pause muss ich mich auch mal wieder zu Wort melden.
Ist es nicht so, dass die Medien die Kommunikation übernehmen?
Woher nehmen die Politiker ihr Wissen, über das was passiert ist? - Natürlich aus den Medien., wie Internet, Zeitung, Fernseher, etc.
Die Medien wollen auf solche Taten hinweißen und gleichzeitig ihrenen Schein von Neutralität, wie es die Journalisten pflegen sollten, simulieren. Aber der Quoten wegen und den dadurch resultierenden Einnahmen durch Werbung, werden Nachrichten unterhaltsamer, provokanter, übertrieben, etc. gestaltet (bezieh mich auf Kerber von den Grünen).
Die Politiker selbst klagen dauernd über mangelde Kommunikation im Volk, unter den Politikern, zwischen den Partein und der Aushölung der innerparteilichen Kommunikation durch die Medien.
Deswegen verstehe ich nicht, wieso die Politikern, obwohl sie sich beklagen, auf die Medien hören und die "denkeweise" dieser annehmen, ohne diese zu hinterfragen. Wir kennen das Phänomen doch schon aus Erfurt. Nach dieser Tat (ich verwende extra nicht Amoklauf) hieß es gleich, dass die Spiele schuld sein. Diese Aussage wurde von den Politikern gleich aufgeschnappt, ohne ihren inhaltlichen Wert zu prüfen und ohne Sinn und Verstand verwertet. Dies soll keine Entschuldigung sein sondern als Kritik an der Reaktion verstanden werden.
Kaum einer bemüht sich wirklich sich genau mit den Ursachen auseinander zusetzten. Es wird immer nur das offensichtliche Erkannt, aber die anderen Fehler einfach übersehen. Wer sagt mir nicht, dass die vielleicht die Lehrer so etwas provoziert hätten? WEr kann mir sagen wie das soziale Umfeld aussieht? Wer kann mir sagen wie die BEziehung zu seinen Eltern, Freunden, VErwandten, Lehrern, Fremden, etc. war?
Die Antwort kenne wir doch alle !?! - 0
Persönliche Meinung
Auch wenn man viel von mir liest, liest man nicht viel von „mir“. Deswegen will ich das Thema mal für einen kleinen persönlichen Exkurs nutzen, um mal meine Meinung zum Thema „Amoklauf“, „Killerspiele“ und natürlich den „verwahrlosten Kindern“ unserer Zeit loszuwerden.
Nachdem ich gestern las, dass es insgesamt 3 „Amokläufe“ gab (korrigiert mich bitte wenn ich irgend etwas verpaßt habe) schoß mir sofort ein Gedanke durch den Kopf. „Die haben sich doch abgesprochen.“ Mal ehrlich, wer glaubt hier an einen Zufall. Ich nicht, tut mir leid.
Als Nächstes sprang mir der Begriff „Killerspiele“ sofort ins Auge. Natürlich war ja logisch, doch aufgrund meiner redaktionellen Tätigkeit kann ich mich noch gut daran erinnern, dass es vor ca.8 Monaten einen Amokläufer an einer amerikanischen Universität gab, welcher nachweislich Computerspiele haßte. Wurde darüber gestern auch berichtet? Ich weiß es nicht, denn meinen Fernseher habe ich vor sieben Jahren entsorgt. Vielleicht habt ihr eine Antwort darauf.
Und jetzt zum sarkastischen Teil da ja wieder einmal ein „gefährlicher“ Jugendlicher durchgedreht ist. Natürlich sind die Jugendlichen heute viel aggressiver als früher, Natürlich freuen sie sich darüber wenn sie andere Menschen verprügeln oder umbringen dürfen. Natürlich muß man als Erwachsener vor ihnen Angst haben. Natürlich?
Ich schließ hier mal mit den Worten von Sokrates welcher 400 Jahre vor unserer Zeitrechnung lebte und folgenden These aufstellte. „Die Jugend von heute liebt den Luxus, hat schlechte Manieren und verachtet die Autorität. Sie widersprechen ihren Eltern, legen die Beine übereinander und tyrannisieren ihre Lehrer.“
Kommt euch das irgendwie bekannt vor? - 0
Seltsam...
...aber die Aktualität der Aussage des "alten" Griechen Sokrates ist wahrlich erschreckend.
"Die Jugend von heute liebt den Luxus, hat schlechte Manieren und verachtet die Autorität. Sie widersprechen ihren Eltern, legen die Beine übereinander und tyrannisieren ihre Lehrer."
Das muss man sich mal ganz langsam zu Gemüte führen und dann vor Augen halten, dass die Aussage über 2.400 Jahre alt ist!!!
Danke für den überaus wichtigen Einwurf, Ronny. - 0
Falsche Berichterstattung
Erst ein Tag ist vergangen und schon tauchen die ersten falschen Beiträge zum Thema "Killerspiele" auf. Heute morgen zeigte N-TV ein Video zu dem uns allen bekannten Killerspiel "Counter-Strike: Source". Anstatt aber die Original-Version zu zeigen, wählte man lieber eine Version aus, der eine Extrem-Mod hinzugefügt worden ist. Das wurde jedoch in keinster Weise erwähnt. Währenddessen zeigte "Hart aber Fair" die Originalversion.
@Ronny und Balu: Ich als Jugendlicher kann dem nur zustimmen 😉 - 0
Zeit, aber wer lernt und trägt die Schuld
Da ich gerade an einer Facharbeit über die Renaissance sitze, muss ich Ronny leider - muss man sagen - zustimmen. Jeder redet von einer steigenden Tedenz von Aggression und Gewaltbereitschaft, aber es wird selten gemerkt, dass dies ein täglicher jahrtausendalter Zustand ist.
Die Jugend ist noch nicht reif! Alle behaupten, dass so etwas moralisch garnicht vertretbar ist. Doch auch mit 17 ist und beibt er ein Kind bzw. Jugendlicher, der noch lernen muss. Es scheint zwar etwas extrem, aber vergleichen wir den Menschen mit einem Welpen so sind starke parallelen zu erkennen. Man muss einem Welpen zeigen, was richtig und was falsch ist. Doch macht man dies auf eine falsche Weise, so wid aus ihm eine potenzielle Gefahr.
Auch kann aber die Gemeinschaft aufgegeben haben. Aufgegeben einem zu helfen oder zu lernen wie. Nur mit einer funktionierenden sozialen Struktur kann man so etwas unterbinden und verhindern.
Ronny kennt wahrscheinich den Satz noch, aber ich möchte euch zeigen, worauf ich hinaus will.
"Lernen ist wie das Rudern gegen den Strom, wenn man aufhört treibt man zurück."
Wir sollten also die Schuld nicht nur bei Herrn K. suchen, sondern auch in seinem Umfeld und der Gemeinschaft, denn wir müssen fragen wieso??? - 0
So ist es...
...der 17jährige hat es ja nicht aus Jux und Dollerei gemacht, sondern scheinbar nach langer Planung. Das "Warum" ist zu erforschen, wie es dazu kommen konnte. Was hat dem Jungen so dermassen zugesetzt, dass er diesen schrecklichen Weg gewählt hat. Da wird nahezu immer, genau so wie in Erfurt und auch in Emsdetten, geschludert.
Es ist die Ursachenforschung, die eine Prävention erst ermöglicht. Nicht das Abstempeln und die Ignoranz - das ist der Auslöser.
Nebenbei bemerkt... mit 17 war man bis vor gut zweihundert Jahren schon lange erwachsen. - 0
Auffällig
...und gleich danach Ritalin einwerfen, um wieder runterzukommen.
Da würde ich gern bei dir dabei sein, wie du auf Ritalin "runterkommst" 😃 (Sagt einer, der mit sowas beruflich zu tun hat.)
Zum Text:
Klar dürfte nunmehr sein, dass viele verschiedene Faktoren zu solchen extremen Taten führen. Zu welchem Anteil Computerspiele eine Mitschuld tragen, muss natürlich im Einzelfall näher beleuchtet werden. Aber solche schlimmen Vorfälle scheinen sich zu verdichten.
Amokläufe von Schülern/Studenten in den letzten 30 Jahren (ohne Gewähr auf Vollständigkeit):
29. Januar 1979, San Diego, Kalifornien/USA, 2 Tote, 9 Verletzte (Brenda Ann Spencer, 16)
20. April 1999, Littleton, Colorado/USA, 15 Tote (Eric Harris (1😎 und Dylan Klebold (17))
26. April 2002, Erfurt, Thüringen/Deutschland, 17 Tote (Robert Steinhäuser, 19)
20. November 2006, Emsdetten, Nordrhein-Westfalen/Deutschland, 1 Toter, 37 Verletzte (Bastian B., 1😎
16. April 2007, Blacksburg, Virginia/USA, 32 Tote, 29 Verletzte (Cho Seung-hui, 23)
7. November 2007, Jokela, Südfinnland/Finnland, 9 Tote, 12 Verletzte (Pekka-Eric Auvinen, 1😎
23. September 2008, Kauhajoki, Westfinnland/Finnland, 11 Tote (Matti Juhani Saari, 22)
11. März 2009, Winnenden, Baden-Württemberg/Deutschland, 16 Tote (Täter ist 17 Jahre alt) - einen Tag zuvor tötete in Alabama ein Mann 10 Menschen und sich selbst.
Quelle: Wikipedia
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Ursachen und Visionen
Die Ursachen liegen wie bei fast allen Problem in den Mißverständnissen. Da gibt es „Lehrer“ welche noch nie etwas von „sich auf Augenhöhe befinden“ gehört haben und versuchen die Schüler zu belehren statt zu lehren. Da gibt es Rentner, die vergessen haben, dass sie auch einmal jung waren und kleine Kinder von Wäscheplätzen herunter jagen weil sie dort Fußball spielten oder Jugendliche bei der Polizei denunzieren weil die etwas lautstark des nächsten Spielplatz okkupierten. Da gibt es Eltern, welche ihre Kinder zu Hause alleine lassen müssen, weil sie für 750 Euro netto und weniger bis 20 Uhr arbeiten müssen. Da gibt es Nachbarn die Augen und Ohren verschließen, obwohl sie mitbekommen das Nachbars Kinder sich etwas komisch verhalten. Und dann gibt es noch jede Menge „wichtiger“ Personen, die Ursachen sehen wo keine sind, nur um ihre Pensionsansprüche abzusichern.
Was kann man unternehmen um die Mißstände zu beseitigen. Das Bildungsniveau anheben indem man sich mehr mit Kindern und Jugendlichen beschäftigt. Zuhören und wieder entdecken, was ein selber mal beschäftigte. Verständnis zeigen und verstehen lernen. Fehler tolerieren und Grenzen erklären. Parallelen finden und aufzeigen, damit sich Kinder und Jugendliche nicht alleine fühlen. Hilfe anbieten wo man sieht, daß sie benötigt wird und man sie geben kann. Und ganz wichtig seine Meinung auch nach außen vertreten.
@aD: Du kannst die Liste gerne noch ergänzen oder verbessern, denn du steckst, soweit ich weiß, da richtig gut in der Materie. - 0
Im Spiegel gelesen
Es gibt Streitschlichter, eine Sozialarbeiterin und eine engagierte Direktorin: Die Albertville-Realschule galt als vorbildliches Institut, trotzdem blieben Tim Ks. Probleme dort unentdeckt. Ein Psychologe fordert deshalb ein Anti-Amok-Programm, um potentielle Täter aufzuspüren.
...
Der Psychologe Jens Hoffmann, 40, von der TU Darmstadt platzt mitten in die aufgeregte Diskussion mit einer ungewöhnlichen Forderung. Er behauptet, mit einem Frühwarnsystem ließen sich Amokläufe verhindern. Das Anti-Amok-Modell, das sogenannte Dynamische Risiko-Analyse-System (DyRiAS) wird derzeit an fünf Schulen in Deutschland getestet und soll mögliche Amokläufer und Gewalttäter frühzeitig erkennen.
"Es gibt 31 Faktoren, die das Programm prüft und so ein Verhaltensmuster von einem Jugendlichen erstellen kann, der eventuell gefährdet ist", sagte der Wissenschaftler. Die Zeichen einer fortgeschrittenen Gefährdung: Verändertes Aussehen, Hinweise an Freunde im Internet, Rachegefühle und offene Sympathie mit anderen Amokläufern.
weiterlesen auf Spiegel Online
Hinhören, zuhören, aber nicht aushorchen. - 0
Und dann?
@aD: Du kannst die Liste gerne noch ergänzen oder verbessern, denn du steckst, soweit ich weiß, da richtig gut in der Materie.
Welche Materie meinst du?
"Es gibt 31 Faktoren, die das Programm prüft und so ein Verhaltensmuster von einem Jugendlichen erstellen kann, der eventuell gefährdet ist", sagte der Wissenschaftler. Die Zeichen einer fortgeschrittenen Gefährdung: Verändertes Aussehen, Hinweise an Freunde im Internet, Rachegefühle und offene Sympathie mit anderen Amokläufern.
Eine Maschine identifiziert anhand von "Amokläufer-Faktoren" potentielle Mörder? Nun weiß ich nicht, ob DER SPIEGEL hier in diesem Artikel Gebrauch von der Pressefreiheit gemacht hat, aber ich finde es anmaßend zu behaupten, dass ein "Frühwarnsystem" Amokläufe verhindert. Menschen sind nicht katalogisierbar. Ich fürchte, dass auch ein solches Frühwarnsystem umgangen werden könnte. Genauso, wie einem solchem Programm überlegene Knastpsychologen einem Triebtäter die Haftentlassung attestieren, der wenig später wieder zum Täter wird.
Es sollte also wie immer nicht um die Bekämpfung der Wirkung sondern der Ursachen gehen. Und die wurden hier schon trefflich analysiert.
[polemik]1984 - Wir kommen![/polemik] - 0HOhoneypot
wer heute zockt ist morgen ein Amokläufer?!?
Ich hab neulich in einem Buch sehr interessante Erklärungsansätze zu den möglichen Ursache-Wirkungszusammenhängen echter und gespielter Gewalt gelesen, insbesondere im direkten Vergleich mit vermeintlich etablierten Sportarten wie z. B. Boxen oder Fechten. Kann das Buch auch nur jedem empfehlen, der sich wie ich von Argumentationen wie „wer heute Counterstrike oder Paintball spielt ist morgen ein potenzieller Amokläufer“ verarscht fühlt. Hier die Info`s:
Autor: Daniel Maiberg
Titel: Paintball - Das Buch! - Fakten, Tipps und Spielarten
Internet: www.paintball-buch.de - 0STStrike21
Ich bins leid
Ich bins Leid, dass jedes mal diese Diskussion neu entfacht wird, nur weil irgendein Verrückter meint Amok laufen zu müssen - 0
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Nichtkillerspieler läuft Amok
Anbei noch einmal der Bericht über den Amokläufer, welcher nur in seiner Kindheit "Sonic" spielte.
Nichtkillerspieler mordete fleißig - 0
Dieses
hat fast schon wieder was von der Handlung des " Minorety Report ",
wobei ich kaum glaube das solch ein System wirklich Erfolg haben würde.
Ich würde fast so weit gehen und behaupten es motiviert die unter Generalverdacht
gestellten Schüler dazu ihre Tat - falls wirklich ein Vorhaben besteht - sorgfältiger und
besser zu planen

Torsten0
aD0
Torsten0
Torsten0





