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Allgemein01.07.2008, 00:57← Alle News

Hacker Jonny Hell ins 'Netz' gegangen

MorriganMorrigan1.529 LeserLesezeit 3 Min

Wie der Spiegel online berichtet, ist der estnische Hacker Jonny Hell zwei Agenten des Secret Service ins Netz gegangen. Und das gleich um die Ecke. Die Agenten haben auf eigene Faust gehandelt und den Verdächtigen am Frankfurter Flughafen gestellt. Aber wer ist Jonny Hell und warum wurde er verhaftet? Ein Fall, der für Verwirrung sorgt und uns zeigt, wie gründlich unser BKA Daten speichert, die zur Überführung vermeintlich Krimineller sorgen. Ein junger Mann aus Estland, Aleksandr Suvorov und seine Freundin Vika standen in der Schlange am Flughafen in Frankfurt. Terminal 1, Singapore Airlines nach Bali. Vermutlich wollten die beiden eine romantische Liebesreise machen, gebucht hatten sie drei Wochen. Die Special Agents Paul B. und Timothy G. standen neben der Schlange und warteten auf den Zugriff.

Hacker Jonny Hell ins 'Netz' gegangen
Suvorov musste nach seiner Verhaftung eine kleine Zelle in Weiterstadt gegen das Luxushotel auf Bali eintauschen und derzeit beschäftigen sich etliche Juristen mit seiner Akte, während er selbst auf die Auslieferung in die USA wartet. Suvorov ist kein kleiner Fisch, der den Agenten da ins Netz gegangen ist. Im Gegenteil. Er gilt als internationaler Top-Hacker und er soll sensible Daten mittels Trojanern geklaut und verkauft haben. Sein angebliches Pseudonym ist Jonny Hell und laut Aussagen des ABC soll der junge Mann dem weltweit größten Zirkel von Kreditkartenbetrügern angehören. Die Mitglieder dieses Zirkels stehlen Nummern und Zugangsdaten von Kreditkarten, um anschließend die Kontodaten zu verkaufen.

Aber nicht nur die USA sind an dem Hacker interessiert. Auch die deutsche Justiz beschäftigt sich mit ihm. Die Geheimpolizei, welche auf Computerkriminalität spezialisiert ist, verfolgte Suvorov bereits seit drei Jahren. Da die Agenten jedoch angeblich auf eigene Faust agiert haben, könnte es nicht nur Konsequenzen für die Männer selbst haben, sondern vor allem zu Problemen innerhalb der Beziehung zwischen den USA und Deutschland führen.

Die Geheimdienstoperation war heimlich durchgeführt und die Agenten sollen dabei einige Fehler gemacht haben. Arrest auf dem Flughafen, Observierung bereits in der Frankfurter Innenstadt beim Shoppen und Freiheitsberaubung, da amerikanische Ermittler in Deutschland niemanden festnehmen dürfen, könnten für einen Eklat sorgen.

Berlin hat sich bereits eingeschaltet und erwartet Konsequenzen für die USA. Letztendlich ist also nicht einmal klar, ob der gesuchte Este überhaupt ausgeliefert wird oder nicht. Mehr noch, ist der angebliche Staatsfeind den deutschen Behörden zum Zeitpunkt der Inhaftierung gar nicht bekannt. Es gibt keinerlei Einträge, weder eine Ausschreibung bei der Polizei, noch einen Eintrag beim BKA. Lediglich ein Fax aus den USA, welches die Kopie eines Haftbefehls zeigt, veranlasst die Staatsanwältin dazu, den Mann über Nacht festzuhalten.

Wenn man den Unterlagen des amerikanischen Geheimdienstes Glauben schenken darf, handelt es sich bei dem Verdächtigen Suvorov um einen Computerexperten, der "für das Hacking von gewerblichen Datenbanken, die Millionen Kreditkartenkontonummern beinhalten" verantwortlich ist. Der hierbei entstandene Schaden beläuft sich auf über hundert Millionen Dollar. Das würde bedeuten, dass dieser Fang einer der größten der Neuzeit der Computerkriminalität wäre. 
Dieses Wissen haben aber derzeit nur die Amerikaner. Weder der Anwalt von Suvorov, noch die deutschen Behörden, haben eine genaue Ahnung dessen, was geschah und welche Rolle der Verdächtige hierbei spielt. Denn wie in allen guten Filmen ist die Akte TOP SECRET.

Eigentlich aber auch egal, denn in den Auslieferungsunterlagen, spielt dieses Verbrechen nur noch eine kleine Rolle. Suvorov soll unter anderem noch für den Zugriff mit einem Spähprogramm auf die Verwaltungsrechner der Restaurantkette Dave & Buster’s verantwortlich sein. Auch hier handelte es sich um den Diebstahl von Kreditkartennummern, die nach Estland verkauft wurden und einen Schaden von über 600.000 Dollar verursachte. Auch wenn der Este behauptet, dass diese Angaben falsch seien, dürfte die Auslieferung nur eine Frage der Zeit sein. Komisch ist nur, dass der Haftbefehl für dieses Verbrechen erst nach der Festnahme ausgestellt wurde.

Quelle: http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,562961,00.html,spiegel.de

Kommentare 4
  • 0
    Pvt._HudsonPvt._Hudson1. Kommentar

    Wo ist der Beleg für die Datenspeicherung?

    Mal ganz pauschal gefragt!?
  • 0
    MorriganMorrigan

    Du meinst für

    die Speicherung, welche laut Gesetz neuerdings zugelassen ist? Da musst du dich an das BKA wenden. Es geht in dem Text prinzipiell darum, dass dieser Gesetzesentwurf verteidigt wurde, unter dem Aspekt, dass er nur dann angewandt wird, wenn der Verdacht auf ein Verbrechen besteht. Und es ist schon sau komisch, wenn das BKA einen vermeintlich so großen Fisch an der Angel hat und keine Daten über ihn. ^^
  • 0
    Pvt._HudsonPvt._Hudson

    Verstehe...

    Deine Aussage
    Ein Fall, der für Verwirrung sorgt und uns zeigt, wie gründlich unser BKA Daten speichert, die zur Überführung vermeintlich Krimineller sorgen.
    ist ironisch zu verstehen. Ich hab das als Aussage aufgefasst und den ganzen Text nach den Indizien gesucht. Sorry habe ich wohl missverstanden. ^^
  • 0
    MorriganMorrigan

    Vielleicht habe

    ich mich auch ungünstig ausgedrückt. 😉 Aber Leser die nachfragen sind aufmerksame Leser und das ist niemals schlecht 🙂
??
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