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Szene14.03.2008, 02:41← Alle News

Amokläufer im Visier

MorriganMorrigan1.966 LeserLesezeit 2 Min

Es hat eine Weile gedauert, aber das ZDF hat sich gewandelt. Zunächst die erfreuliche Nachricht, dass das ZDF im Internet einen Stream anbot, über den man das Intel Friday Night Game in Frankfurt ansehen konnte. Nun ist ein Stream veröffentlicht worden, den das ZDF in Zusammenarbeit mit arte produziert hat und wir müssen zugeben, dass diese Reportage durchaus sehenswert und sehr gut recherchiert ist.

Amokläufer im Visier
Es geht in erster Linie darum zu erklären, was in Amokläufern vorgeht, was sie dazu bewegt solche Taten durchzuführen, aber vor allem darum, zu erklären, warum Amokläufer nicht Amokläufer im eigentlichen Sinne sind. Das klingt seltsam, richtig. Aber Amokläufer werden von der Gesellschaft grundsätzlich falsch beurteilt. Ihre Taten sind grausam, aber nicht wie angenommen spontan, sondern fast ausschließlich geplant und dies über lange Zeit.

Die Wissenschaftler nennen diese Taten School Shootings, denn in den meisten Fällen spielt die Schule eine große Rolle. So sind zum Beispiel die Vorfälle an der Columbine High School oder auch anderen Schulen nie in großen Städten zu verzeichnen. Dort findet die Gewalt woanders statt. In kleinen Gemeinden, besonders in den USA oder auch anderen Ländern, findet das Leben junger Leute an den Schulen statt. Die Gesellschaft schaut auf die Schule und jeder durchläuft diese irgendwann in seinem Leben. Das trifft auf keine andere Institution zu. Die Täter suchen die Schule also aus zwei Gründen aus.

Die Schule ist der Ort, an dem ihre Verletzungen am stärksten sind, so zum Beispiel Zurückweisung durch das andere Geschlecht oder auch Gruppen, Gangs, etc. , oder aber auch empfundene Demütigung durch den Lehrer. Und sie treffen hier die Gemeinde da, wo sie am empfindlichsten ist. Alle schauen auf die Tat und der Täter wird zu dem Statussymbol, zu dem er immer werden wollte. Die Menschen dort werden ihn nie vergessen.

Wie komplex diese Forschungen sind, wird detailliert erklärt. Welche Auswirkungen Spiele wie Counter-Strike:Source auf das Gehirn haben, wird auch hier noch einmal gezeigt. Und auch hier müssen wir sagen, dass wir überrascht sind. Prof. Dr. Dr. Klaus Mathiak erklärt, was das Gehirn tut, wenn der Proband spielt. Bei virtueller Gewalt, so z.B. im Spiel, reagiert das Gehirn taktisch und ergebnisorientiert. Gefühle wie z.B. Angst werden unterdrückt und schneller abgeschaltet, als bei realer Gewalt. Das lässt nicht darauf schließen, dass Menschen, die lange und oft Gewaltspiele spielen, schneller ausrasten als andere. Menschen die von Natur aus zu Aggressivität neigen jedoch, sind nicht davon ausgenommen. Hier ist eine Verstärkung der Gefühle durchaus möglich.  

Es ist schön zu sehen, dass nicht nur die so genannten Ego-Shooter verantwortlich sind und dies öffentlich gemacht wird. Denn Täter sind meist gestörte Persönlichkeiten, die unter anderem an Depressionen, suizidalen Gedanken und Aggressivität leiden. Sie sind oft isolierte junge Menschen, die nach Anerkennung und Gemeinschaft suchen. Oft sind diese Probleme auch bekannt und werden von Eltern verschwiegen, weil sie nicht wollen, dass die offensichtlich starken Probleme ihres Kindes nach Außen gelangen. Diese Probleme und dieses Verhalten sind Gründe dafür, dass Taten wie diese passieren. Aufklärung ist wichtig, damit Eltern, Freunde und Lehrer in Zukunft reagieren können, bevor es zu spät ist. Thumbs up für diesen Beitrag.

Quelle: http://www.gamepro.de/news/vermischtes/amoklaeufer_im_visier/1305179/amoklaeufer_im_visier.html,gamepro.de

Kommentare 5
  • 0
    Mac002Mac0021. Kommentar

    hmm..

    Schön das es auch noch gute Reporter beim ZDF gibt..Auch wenn ich ZDF eigentlich nie schaue(außer zur WM+EM)....Aber wo gibts das nun genau zu schauen?

    mfg Mac
  • 0
    MorriganMorrigan

    :)

    wenn du oben im ersten Absatz auf Stream klickst, kommst du zum Stream 😉
  • 0
    FREDchenFREDchen

    nice

    Guter Artikel.
    Nervt mich sowieso das alle die Probleme auf den Shootern abstreifen wollen.
    Gut das die Sender das präsentieren, die Medien haben das ja sonst immer in den Schatten gestellt, dass diese Personen an Depressionen oder sonstigen litten - und dazu Shooter gespielt haben.
  • 0
    BaluBalu

    Schade...

    ...ist nur, dass der Stream mittlerweile nicht mehr verfügbar ist. Allerdings hatte ich den Bericht seinerzeit auf Arte gesehen und war sehr überrascht, wie objektiv darüber berichtet wurde.
  • 0
    MorriganMorrigan

    Jep

    irgendwie war der leider begrenzt verfügbar. Vielleicht findet ihn ja einer von euch zufällig bei youtube oder so, dann können wir ihn verlinken.
??
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