Kavaliersdelikt oder Straftatbestand?

Die Ausgangssituation
Schon seines Sieges gewiss, sprintet der Captain des fünfköpfigen Counter-Terroristen Teams zum Bombenplatz, um das gerade frisch gelegte Corpus Delicti zu entschärfen. Er und sein Kamerad sind die letzten Überlebenden seins Teams und auch auf der Gegenseite gab es herbe Verluste – so haben sie nur noch eine gegnerische Einheit zu fürchten. Sein Kamerad gibt ihm Deckung, während er sich bereits am Sprengsatz befindet und mit der Entscheidung ringt, ob er zuerst den roten oder den blauen Draht kappen soll. Sein Teamkamerad sondiert aus sicherer Entfernung die Umgebung, als urplötzlich Schüsse fallen. Doch bevor ihm klar wird, dass die Gewehrkugeln direkt durch seine Deckung schlagen, liegt er auch schon am Boden. Das letzte, was er sah, war die Verzierung an der Wand - drei saubere Einschusslöcher in Kopfhöhe und verspritztes Blut deuten an, wo einst sein Schatten stand.
Keine zwei Augenblicke später erscheint vor dem letzten Mann des Bombenräumkommandos die Silhouette des Feindes. Durchhalten, nur noch 5 Sekunden! Doch zu spät, der Terrorist zückt das Messer und sticht mit zwei gezielten Attacken den Teamcaptain bäuchlings nieder. Moment, war das nicht derselbe Terrorist, der gleich zu Rundenanfang zwei eigentlich tödliche Kopftreffer einsteckte? Was war denn hier passiert?
Schalten wir kurz um
Der gleiche Tag, nur ein anderer Zeitpunkt und ein anderer Spieler. Der niederschmetternde Ausgang des letzten Matches hat sein Gemüt ziemlich gefrustet, und dass heute gleich das nächste wichtige Spiel ansteht, macht die Sache auch nicht besser. Er steht unter Druck und versucht sich abzulenken – das geht am besten mit dem Surfen durch das Internet. Plötzlich stolpert er über eine höchst interessante Diskussion in seinem Lieblingsforum. Die Mitglieder diskutieren über die neue Version einer Cheatsoftware, ausgerechnet für sein Spiel - Counterstrike!
Angefixt durch die namentliche Nennung des Cheatprogramms begibt er sich auf die Suche. Suchmaschinen, Tauschbörsen, Foren und Chaträume – er grast alles ab, denn das, was er über das Cheatprogramm gelesen hat, entfacht seinen Ehrgeiz. Nach mehreren Stunden des Recherchierens ist er endlich fündig geworden. Beschreibung, Screenshots und Downloadlink – alles dabei, perfekt! Testen wir doch mal! Er kann seine Vorfreude kaum verbergen und wählt in seinem Serverbrowser einen unbekannten Publicserver aus. „Nur mal testen, ich tu ja keinem weh damit!“ – sagt er sich und nimmt sich fest vor, nach der Versuchsphase die Cheatsoftware sofort wieder von seinem Rechner zu verbannen. Schließlich will er nur wissen, welche Mogelmöglichkeiten es inzwischen gibt und auf was man sich gefasst machen muss.
Unsterblichkeit, wiederkehrende Gesundheit, durchsichtige Wände, automatisch zielendes Fadenkreuz und frei gestaltbare Gegnermodels – nicht schlecht, ein völlig neues Spielgefühl. Innerhalb weniger Runden schafft er es auf den ersten Platz auf dem Scoreboard des Publicservers. Die ersten Lobpreisungen kommen, ebenso wie Rekrutierungsversuche fremder Clanspieler. Und das Beste dabei ist, keiner hat seinen Betrug bemerkt.
Das Glücksgefühl überwiegt sein schlechtes Gewissen
Klar, die Ausschüttung des Botenstoff-Cocktails in seinem Gehirn ist Schuld. Während Dopamin, Serotonin und Noradrenalin bei ihm einen leichten Rausch auslösen, rückt die Zeit bis zum Match immer näher. Keine Zeit – keine Zeit, das nunmehr verseuchte Counterstrike von der Platte zu putzen und gegen eine saubere Version zu ersetzen. Dem Team absagen kommt nicht in Frage. Bleibt also nur die Option, mit dem „verbesserten“ Counterstrike teilzunehmen, allerdings mit dem Risiko, vom Anticheat-Programm des Ligabetreibers erwischt zu werden. Also was soll’s? Er entscheidet sich, alles auf eine Karte zu setzen und im Falle des Falles, von den „Verbesserungen“ Gebrauch zu machen. Sollte die Anticheat-Software seine veränderte Version entdecken, ist es doch völlig egal, ob er die Cheats tatsächlich genutzt hat, oder nicht. Erwischt ist erwischt!
Zurück zur Ausgangssituation
[SCREEN:1] Es kommt, wie es kommen musste. Die letzte und entscheidende Runde steht an und sein Team liegt mit knapp hinter dem Gegner. Jetzt nur nicht nervös werden. Zielgerichtet sprintet er zum Bombenplatz, um sein „Geschenk“ abzugeben. Doch er ist unvorsichtig und vergisst, die Deckung zu suchen. Dumpf schlägt der erste Schuss des gegnerischen M4 auf der Rüstung auf, seine Gesundheit sinkt auf ein Minimum.
Reflexartig tippt der die Tastenkombination für den Gottmodus ein. Wieder schlagen zwei Kugeln ein, diesmal sind es direkte Kopftreffer. Doch er geht nicht zu Boden. Im Gegenteil, ruhigen Blutes nimmt er seinen Gegner ins Visier und streckt ihn nieder. Danach folgt er wieder dem Pfad seiner Mission und legt sein Päckchen am Bombenplatz ab. Seine Teammitglieder haben nicht soviel Glück und fallen einem nach dem anderen der Anti-Terroreinheit zum Opfer.
In einem letzten Funkspruch erfährt er, dass die letzten zwei Counterterroristen bereits auf dem Weg sind, um die Bombe zu entschärfen. Ihm bleibt nicht viel Zeit, seine Gegner zu suchen. Wallhack! Er schaltet die Wände auf durchsichtig und entdeckt sofort den Counterterroristen hinter einer Mauer. Drei Schuss Kaliber 7.62mm sind nötig, um den Gegner auszuschalten – aber alle haben ihr Ziel chirurgischer Genauigkeit erreicht. Das ausgeschüttete Adrenalin überwältigt den Verstand und fast aus Hohn wird der letzte verbliebene Gegner mit dem Messer niedergemeuchelt. Das Match ist gewonnen, das Team glücklich und der Gegner verdutzt.
Was folgt, darf sich jeder selbst ausmalen.
[--NEU--] Hand aufs Herz
Hat denn nicht jeder Computerspieler schon mal die Erfahrung mit einem Cheat gemacht? Schon wenn man den vorletzten Teil eines Computerspiele-Magazins aufklappt, wird man direkt damit konfrontiert. Bei einem Solospiel ist das auch nichts, wofür man sich schämen muss. Denn das Cheaten in Computerspielen hat eine lange Tradition.
Schon in den allerersten Computerspielen wurden Befehle, meistens aktiviert über Tastenkombinationen, durch die Programmierer eingebaut, um ein schnelleres Durchspielen zu ermöglichen. Wurde der Schwierigkeitsgrad von den Entwicklern zu hoch angesetzt, blieb einem meist gar nichts anderes übrig, als den Computer zu beschummeln - den Computer, wohlgemerkt – und das ist der kleine, aber feine Unterschied.
[SCREEN:2]Was bei Solo-Spielen Gang und Gäbe ist, wird bei Multiplayer-Titeln verpönt und unterlassen. Es ist selten, dass für Mehrspieler-Spiele tatsächlich Cheats durch die Entwickler programmiert werden. Oftmals sind es einfach Lücken im Programmkonstrukt oder im Spielkonzept, die ausgenutzt werden. Sofern diese Lücken nicht durch Betatester erkannt werden, schließen nachgeschobene Patches die Sicherheitslecks. Doch die Zeiten haben sich geändert. Spiele werden nicht mehr nur der Unterhaltung wegen gespielt. In der Zwischenzeit hat sich der Wettbewerb professionalisiert. Im E-Sport können Sieg und Niederlage das Einkommen und Renommee der Spieler bestimmen. Aber nicht nur der E-Sport ist Spielplatz der Betrüger. Auch viele der Onlinespiele besitzen eine eigene Währung, die man teilweise sogar in reale Währung umtauschen kann.
Kann man das Cheaten wirklich verhindern?
Mit dieser Frage befassen sich derzeit viele Experten. Und was den Grundgedanken des Cheatens angeht, sind sich alle einig. Sobald sich eine Möglichkeit in einem Spiel zum Betrügen ergibt, wird diese Chance auch von einem Teil der Gamer wahrgenommen. Szenekenner und Experten sind der Meinung, dass die Spieler selber gegen Cheater vorgehen sollten. Das wäre die effektivste Variante, da die Spieler am schnellsten erkennen ob jemand cheatet und wie sich der Hack auf das Spielgeschehen auswirkt. Erfahrungen aus der Vergangenheit zeigten dabei bereits gute Ergebnisse.
Auch die Soft- und Hardwarehersteller werden nicht müde, immer mehr Sicherheitsvorrichtungen in die Spiele zu implementieren. Beispielsweise versucht Intel, spezielle Hardware zu entwickeln, die Cheater schneller enttarnen kann. Bei den Softwareherstellern funktioniert die Beobachtung und die Integrierung von Überwachungsmodulen sehr gut. So gibt es in der Zwischenzeit schon Festanstellungen für Beobachter von Online Rollenspielen wie World of Warcraft. Die Späher durchforsten die Welten und suchen nach Auffälligkeiten. Sobald sie fündig werden, können sie die Accounts sperren oder die Charakter bannen.
Counter-Strike, der E-Sport-Titel schlechthin, wird ganz besonders überwacht. Auch Online-Ligen legen Wert darauf, dass Cheater umgehend erkannt und gebannt werden, schließlich können das eigene Ansehen und der Spielbetrieb sehr darunter leiden. Um unfairen Spielern das Leben schwer zu machen, setzt man auf serverseitige und clientseitige Erkennungssoftware. Während sich der Spieler mit dem Server verbindet, wird sein Arbeitsspeicher auf verdächtige Routinen untersucht und bei Erkennung eines Cheats der im Internet registrierte Account auf Lebenszeit gesperrt.
[SCREEN:0]Clientseitig ist hier als Beispiel „Aequitas“ zu nennen. Der Begriff stammt aus dem Lateinischen und steht für ausgleichende Gerechtigkeit – ein Rechtsprinzip des alten Roms. Gleichzeitig bezeichnet der Begriff das offizielle Anti-Cheat-Programm der ESL. Es überwacht nahezu alle laufenden Prozesse des Client-PCs, macht Bildschirmfotos, scannt Systemvariablen und speichert Spielergebnisse. Ja, man könnte Aequitas als Szeneversion des Bundestrojaners bezeichnen.
“Das Programm ist in allen Ligen von Steam-basierenden Spielen der Pflicht. Das Aequitas-Archiv muss nach jedem Match hochgeladen werden, andernfalls wird der oder die betroffenen Spieler mit Strafpunkten bestraft und das Match wird gelöscht.“
Alles wird Gut?
Dem können die Experten nicht zustimmen. Ihrer Meinung nach sind all diese Bemühungen nur einen Tropfen auf dem heißen Stein. Die Bannung eines Account sorgt nur für die Neuerstellung eines Neuen. Cheater lassen sich auch nicht durch Bannung aus einem Spiel abschrecken. Wenn es dabei noch um echtes Geld geht, wirkt diese Form der Abschreckung umso banaler. Langfristig werden die Softwareanbieter nicht um den juristischen Schritt herumkommen. Erst wenn es reale Strafen für ein virtuelles Handeln gibt, kann man die Kleinkriminellen von den echten Ganoven trennen und vielleicht ein faireres Spielen ermöglichen.
Schon seines Sieges gewiss, sprintet der Captain des fünfköpfigen Counter-Terroristen Teams zum Bombenplatz, um das gerade frisch gelegte Corpus Delicti zu entschärfen. Er und sein Kamerad sind die letzten Überlebenden seins Teams und auch auf der Gegenseite gab es herbe Verluste – so haben sie nur noch eine gegnerische Einheit zu fürchten. Sein Kamerad gibt ihm Deckung, während er sich bereits am Sprengsatz befindet und mit der Entscheidung ringt, ob er zuerst den roten oder den blauen Draht kappen soll. Sein Teamkamerad sondiert aus sicherer Entfernung die Umgebung, als urplötzlich Schüsse fallen. Doch bevor ihm klar wird, dass die Gewehrkugeln direkt durch seine Deckung schlagen, liegt er auch schon am Boden. Das letzte, was er sah, war die Verzierung an der Wand - drei saubere Einschusslöcher in Kopfhöhe und verspritztes Blut deuten an, wo einst sein Schatten stand.
Keine zwei Augenblicke später erscheint vor dem letzten Mann des Bombenräumkommandos die Silhouette des Feindes. Durchhalten, nur noch 5 Sekunden! Doch zu spät, der Terrorist zückt das Messer und sticht mit zwei gezielten Attacken den Teamcaptain bäuchlings nieder. Moment, war das nicht derselbe Terrorist, der gleich zu Rundenanfang zwei eigentlich tödliche Kopftreffer einsteckte? Was war denn hier passiert?
Schalten wir kurz um
Der gleiche Tag, nur ein anderer Zeitpunkt und ein anderer Spieler. Der niederschmetternde Ausgang des letzten Matches hat sein Gemüt ziemlich gefrustet, und dass heute gleich das nächste wichtige Spiel ansteht, macht die Sache auch nicht besser. Er steht unter Druck und versucht sich abzulenken – das geht am besten mit dem Surfen durch das Internet. Plötzlich stolpert er über eine höchst interessante Diskussion in seinem Lieblingsforum. Die Mitglieder diskutieren über die neue Version einer Cheatsoftware, ausgerechnet für sein Spiel - Counterstrike!
Angefixt durch die namentliche Nennung des Cheatprogramms begibt er sich auf die Suche. Suchmaschinen, Tauschbörsen, Foren und Chaträume – er grast alles ab, denn das, was er über das Cheatprogramm gelesen hat, entfacht seinen Ehrgeiz. Nach mehreren Stunden des Recherchierens ist er endlich fündig geworden. Beschreibung, Screenshots und Downloadlink – alles dabei, perfekt! Testen wir doch mal! Er kann seine Vorfreude kaum verbergen und wählt in seinem Serverbrowser einen unbekannten Publicserver aus. „Nur mal testen, ich tu ja keinem weh damit!“ – sagt er sich und nimmt sich fest vor, nach der Versuchsphase die Cheatsoftware sofort wieder von seinem Rechner zu verbannen. Schließlich will er nur wissen, welche Mogelmöglichkeiten es inzwischen gibt und auf was man sich gefasst machen muss.
Unsterblichkeit, wiederkehrende Gesundheit, durchsichtige Wände, automatisch zielendes Fadenkreuz und frei gestaltbare Gegnermodels – nicht schlecht, ein völlig neues Spielgefühl. Innerhalb weniger Runden schafft er es auf den ersten Platz auf dem Scoreboard des Publicservers. Die ersten Lobpreisungen kommen, ebenso wie Rekrutierungsversuche fremder Clanspieler. Und das Beste dabei ist, keiner hat seinen Betrug bemerkt.
Das Glücksgefühl überwiegt sein schlechtes Gewissen
Klar, die Ausschüttung des Botenstoff-Cocktails in seinem Gehirn ist Schuld. Während Dopamin, Serotonin und Noradrenalin bei ihm einen leichten Rausch auslösen, rückt die Zeit bis zum Match immer näher. Keine Zeit – keine Zeit, das nunmehr verseuchte Counterstrike von der Platte zu putzen und gegen eine saubere Version zu ersetzen. Dem Team absagen kommt nicht in Frage. Bleibt also nur die Option, mit dem „verbesserten“ Counterstrike teilzunehmen, allerdings mit dem Risiko, vom Anticheat-Programm des Ligabetreibers erwischt zu werden. Also was soll’s? Er entscheidet sich, alles auf eine Karte zu setzen und im Falle des Falles, von den „Verbesserungen“ Gebrauch zu machen. Sollte die Anticheat-Software seine veränderte Version entdecken, ist es doch völlig egal, ob er die Cheats tatsächlich genutzt hat, oder nicht. Erwischt ist erwischt!
Zurück zur Ausgangssituation
[SCREEN:1] Es kommt, wie es kommen musste. Die letzte und entscheidende Runde steht an und sein Team liegt mit knapp hinter dem Gegner. Jetzt nur nicht nervös werden. Zielgerichtet sprintet er zum Bombenplatz, um sein „Geschenk“ abzugeben. Doch er ist unvorsichtig und vergisst, die Deckung zu suchen. Dumpf schlägt der erste Schuss des gegnerischen M4 auf der Rüstung auf, seine Gesundheit sinkt auf ein Minimum.
Reflexartig tippt der die Tastenkombination für den Gottmodus ein. Wieder schlagen zwei Kugeln ein, diesmal sind es direkte Kopftreffer. Doch er geht nicht zu Boden. Im Gegenteil, ruhigen Blutes nimmt er seinen Gegner ins Visier und streckt ihn nieder. Danach folgt er wieder dem Pfad seiner Mission und legt sein Päckchen am Bombenplatz ab. Seine Teammitglieder haben nicht soviel Glück und fallen einem nach dem anderen der Anti-Terroreinheit zum Opfer.
In einem letzten Funkspruch erfährt er, dass die letzten zwei Counterterroristen bereits auf dem Weg sind, um die Bombe zu entschärfen. Ihm bleibt nicht viel Zeit, seine Gegner zu suchen. Wallhack! Er schaltet die Wände auf durchsichtig und entdeckt sofort den Counterterroristen hinter einer Mauer. Drei Schuss Kaliber 7.62mm sind nötig, um den Gegner auszuschalten – aber alle haben ihr Ziel chirurgischer Genauigkeit erreicht. Das ausgeschüttete Adrenalin überwältigt den Verstand und fast aus Hohn wird der letzte verbliebene Gegner mit dem Messer niedergemeuchelt. Das Match ist gewonnen, das Team glücklich und der Gegner verdutzt.
Was folgt, darf sich jeder selbst ausmalen.
[--NEU--] Hand aufs Herz
Hat denn nicht jeder Computerspieler schon mal die Erfahrung mit einem Cheat gemacht? Schon wenn man den vorletzten Teil eines Computerspiele-Magazins aufklappt, wird man direkt damit konfrontiert. Bei einem Solospiel ist das auch nichts, wofür man sich schämen muss. Denn das Cheaten in Computerspielen hat eine lange Tradition.
Schon in den allerersten Computerspielen wurden Befehle, meistens aktiviert über Tastenkombinationen, durch die Programmierer eingebaut, um ein schnelleres Durchspielen zu ermöglichen. Wurde der Schwierigkeitsgrad von den Entwicklern zu hoch angesetzt, blieb einem meist gar nichts anderes übrig, als den Computer zu beschummeln - den Computer, wohlgemerkt – und das ist der kleine, aber feine Unterschied.
[SCREEN:2]Was bei Solo-Spielen Gang und Gäbe ist, wird bei Multiplayer-Titeln verpönt und unterlassen. Es ist selten, dass für Mehrspieler-Spiele tatsächlich Cheats durch die Entwickler programmiert werden. Oftmals sind es einfach Lücken im Programmkonstrukt oder im Spielkonzept, die ausgenutzt werden. Sofern diese Lücken nicht durch Betatester erkannt werden, schließen nachgeschobene Patches die Sicherheitslecks. Doch die Zeiten haben sich geändert. Spiele werden nicht mehr nur der Unterhaltung wegen gespielt. In der Zwischenzeit hat sich der Wettbewerb professionalisiert. Im E-Sport können Sieg und Niederlage das Einkommen und Renommee der Spieler bestimmen. Aber nicht nur der E-Sport ist Spielplatz der Betrüger. Auch viele der Onlinespiele besitzen eine eigene Währung, die man teilweise sogar in reale Währung umtauschen kann.
Kann man das Cheaten wirklich verhindern?
Mit dieser Frage befassen sich derzeit viele Experten. Und was den Grundgedanken des Cheatens angeht, sind sich alle einig. Sobald sich eine Möglichkeit in einem Spiel zum Betrügen ergibt, wird diese Chance auch von einem Teil der Gamer wahrgenommen. Szenekenner und Experten sind der Meinung, dass die Spieler selber gegen Cheater vorgehen sollten. Das wäre die effektivste Variante, da die Spieler am schnellsten erkennen ob jemand cheatet und wie sich der Hack auf das Spielgeschehen auswirkt. Erfahrungen aus der Vergangenheit zeigten dabei bereits gute Ergebnisse.
Auch die Soft- und Hardwarehersteller werden nicht müde, immer mehr Sicherheitsvorrichtungen in die Spiele zu implementieren. Beispielsweise versucht Intel, spezielle Hardware zu entwickeln, die Cheater schneller enttarnen kann. Bei den Softwareherstellern funktioniert die Beobachtung und die Integrierung von Überwachungsmodulen sehr gut. So gibt es in der Zwischenzeit schon Festanstellungen für Beobachter von Online Rollenspielen wie World of Warcraft. Die Späher durchforsten die Welten und suchen nach Auffälligkeiten. Sobald sie fündig werden, können sie die Accounts sperren oder die Charakter bannen.
Counter-Strike, der E-Sport-Titel schlechthin, wird ganz besonders überwacht. Auch Online-Ligen legen Wert darauf, dass Cheater umgehend erkannt und gebannt werden, schließlich können das eigene Ansehen und der Spielbetrieb sehr darunter leiden. Um unfairen Spielern das Leben schwer zu machen, setzt man auf serverseitige und clientseitige Erkennungssoftware. Während sich der Spieler mit dem Server verbindet, wird sein Arbeitsspeicher auf verdächtige Routinen untersucht und bei Erkennung eines Cheats der im Internet registrierte Account auf Lebenszeit gesperrt.
[SCREEN:0]Clientseitig ist hier als Beispiel „Aequitas“ zu nennen. Der Begriff stammt aus dem Lateinischen und steht für ausgleichende Gerechtigkeit – ein Rechtsprinzip des alten Roms. Gleichzeitig bezeichnet der Begriff das offizielle Anti-Cheat-Programm der ESL. Es überwacht nahezu alle laufenden Prozesse des Client-PCs, macht Bildschirmfotos, scannt Systemvariablen und speichert Spielergebnisse. Ja, man könnte Aequitas als Szeneversion des Bundestrojaners bezeichnen.
“Das Programm ist in allen Ligen von Steam-basierenden Spielen der Pflicht. Das Aequitas-Archiv muss nach jedem Match hochgeladen werden, andernfalls wird der oder die betroffenen Spieler mit Strafpunkten bestraft und das Match wird gelöscht.“
Alles wird Gut?
Dem können die Experten nicht zustimmen. Ihrer Meinung nach sind all diese Bemühungen nur einen Tropfen auf dem heißen Stein. Die Bannung eines Account sorgt nur für die Neuerstellung eines Neuen. Cheater lassen sich auch nicht durch Bannung aus einem Spiel abschrecken. Wenn es dabei noch um echtes Geld geht, wirkt diese Form der Abschreckung umso banaler. Langfristig werden die Softwareanbieter nicht um den juristischen Schritt herumkommen. Erst wenn es reale Strafen für ein virtuelles Handeln gibt, kann man die Kleinkriminellen von den echten Ganoven trennen und vielleicht ein faireres Spielen ermöglichen.
- 0*Schnüff*
keine ATI karten mehr? aber das darf doch nich sein. *tränenzurückhalt* - 0
nieder mit dem gesindel
böse cheater ...
ich finds selbst in single-player spielen sinnlos ...
aber richtig fies ist es wirklich in multiplayerspielen 🙁
ich kann mir einfach nicht vorstellen, wie das dann noch spaß machen soll.
btw. netter artikel 😉 5/5 - 0
Danke fürs Lob
Hat auch echt Spaß gemacht, sich mal damit zu befassen. Ich muss aber zugeben, dass ich schon ewig nicht mehr Counter-Strike gespielt habe - die Szenerie musste ich also tief aus meinem Gedächtnis ausgraben. 😉 Wobei ich mich nicht erinnern kann, jemals bewusst über einen Cheater gestolpert zu sein. - 0MAMaster91
joa
is ganz ok wär aber unfair wenn jemand des im multiplayer benutzen würd ich lass die finger von - 0
Straftat? Quatsch!
Ich finde dass Cheaten im Internet scheiße ist, aber trotzdem kann man dafür doch keinen verklagen! Viel zu übertrieben! Das ist wie als wenn dir einer auf den Fuß tritt! - 0
Betrug
Warum soll der Betrug im professionellen ESport anders geahndet werden als im klassichen Sport?
??
öffentlich · unter dem Artikel
als … · +2 PLoints
Womit willst du anfangen?
2.000 Zeichen, öffentlich, bleibt im Archiv.
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